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Medien und Presse

Hier finden Sie Artikel, die im zusammenhang mit Physioblind veröffentlicht wurden

Inhaltsverzeichnis
Behandlung nach Liebscher und Bracht & Faszienfitness
”Kraniosacrale Behandlungstechniken des Sehsystems”
Wochenendkurs 2018, Tinnitus
Wochenkurs Faszienfitness 2017
Wochenendkurs 2017
Kulturreise nach Berlin 2016
Wochenendkurs, Grundkurs Schwindel mit Stefan Schädler
Tageskurs Psyche und körper
Fritz Bolliger (52), der blinde Physiotherapeut
Wochenkurs zum Thema chronische Schmerzen und Training im Hotel Solsana 2015
Mit den Händen sehen - 40 Jahre im Beruf
Fascial Fitness mit sehbehinderten Physiotherapeuten in Glarus
Bericht über die Generalversammlung mit Stadtführung in Luzern, März 2015
Monika Fischbacher neu im Vorstand von Physioblind
Unterwegs als Mutter und Physiotherapeutin, Andrea Liechti
Die Therapeutin, die mit den Händen sieht - bernerzeitung
Bericht, über den Solsanakurs 2014, Einführungskurs Spiraldynamik
Bericht, Manipulative Massage nach Terrier
Interview mit Andrea Küng
Bericht über den Triggerpunktkurs 2013
Bericht über den Jubiläumsausflug 2012
Bericht zum Wochenendkurs "Spiraldynamik"
Ein Artikel über Therese und ihren Führhund
Bericht des 2. Kurses "Anatomie am Präparat"
Bericht des Wochenkurses 2011
Bericht des Wochenkurses 2010
Kursbericht Anatomie am Präparat
Bericht vom Stand an der Züspa 2010
Kursbericht Wochenendkurs 2010, Easytape
Kursausschreibung Wochenendkurs 2010, Easytape
Brief an die Ausserordentliche Generalversammlung der IMTT
Bericht über den Wochenendkurs 2009
Bericht des Wochenkurses 2009
Kursausschreibung Wochenkurs 2009
Tag der Physiotherapie 2008 zum Thema Schmerz in Glarus
20 Jahre Jubiläum und Tag der Physiotherapie 2008 in Glarus
Narbenkurs nach David Boeger
Bericht des Wochenkurses 2008
Kursausschreibung Wochenkurs 2007
Bericht über die Generalversammlung 2007
Chiropraktik und Physiotherapie
Kursausschreibung, Einblick in die Chiropraktik

Kursbericht 6.-7. April 2019 in Solothurn

Samstag 6. April: Einführung in die Behandlung nach Liebscher und Bracht
Sonntag 7. April: Repetitionskurs Faszienfitnes

Nach einer kurzen theoretischen Einführung haben wir den Kurs am Samstag sehr schmerzhaft gestartet. Gemäss dem Konzept von Liebscher und Bracht werden zunächst für jedes Gelenk bestimmte Punkte, zumeist Muskel-Sehnen-Übergänge, mit viel Druck (ca. 8 auf der Schmerzskala 1-10) behandelt. Die Behandlung dauert höchstens 2 lange Minuten, sofern die Spannung und der Schmerz nicht vorher nachlassen und mindestens auf 4 auf der Skala hinuntergehen. Nach dieser doch recht brutalen, aber trotzdem wohltuenden Behandlung werden die das entsprechende Gelenk bewegenden Muskeln gedehnt, wobei die Muskeln zwischendurch angespannt, und anschliessend weitergedehnt werden. Am Schluss fühlte sich das Ganze für mich sehr gut und plausibel an. Wir haben uns in diesem Kurs mit der Behandlung der Kniegelenke, der Hüftgelenke und des unteren Rückens befasst. Ich bedanke mich im Namen aller Kursteilnehmer ganz herzlich bei Christian Gauss, Brigitte Burri und Andrea König für ihre hell begeisterte und motivierte Art, uns das Thema näher zu bringen und uns im Januar 2020 die Behandlung der Schulter zu zeigen!

Sonntag 7. April

Wir haben uns den ganzen Kurstag lang bewegt und gelernt oder wiederholt, mit welchen Mitteln und auf welche Arten sich unsere verschiedenen Faszien trainieren lassen. Für die Meisten war das ein toller Wiederholungskurs, bei dem alle motiviert und konstruktiv mitgearbeitet haben. Ich selbst war der Anfänger. Im praktischen Teil, der zum Glück fast den ganzen Kurs ausmachte, kam ich gut mit. Die Theorie ist ein anderes Kapitel, das ich bei Gelegenheit nachholen sollte. Seit diesem Kurs verstehe ich erst richtig was man mit den vielen aktuell sehr in Mode gekommenen Faszienrollen und Bällen alles machen, und wie man das auch selber weiterentwickeln kann. Der Tag war sehr interessant, hat mir viele neue Ideen vermittelt und Andrea Königs und Esther Maags Begeisterung hat uns sicher alle angesteckt!
Wer eine Flasche Wein öffnet, sollte sich in Zukunft nicht nur über deren Inhalt freuen, sondern auch darüber, dass er danach die kleinste Faszienrolle, den Korkzapfen in Händen hält. Damit lässt sich die Hand wunderbar behandeln. Wenn ich das tue oder meinen Patienten instruiere, denke ich gerne an unseren schönen, interessanten Kurs zurück.

Ich bedanke mich bei allen Kursleitern und Teilnehmern für die tolle und harmonische Zusammenarbeit. Die begeisterte Stimmung während der Kurse und der Pausen zeichnet die Weiterbildungen von Physioblind aus. Deshalb natürlich auch ein herzliches Dankeschön an Monika Fischbacher, die diesen Kurs und alles darumherum so perfekt organisiert hat!
Barbara Rubin

Kursbericht ”Kraniosacrale Behandlungstechniken des Sehsystems”

Vom 16. – 20. September fand unsere alljährliche mehrtägige Fortbildung statt. Das Thema ”Kraniosacrale Behandlungstechniken des Sehsystems” hatte neun interessierte Vereinsmitglieder nach Filzbach im schönen Glarnerland gelockt. Dort wurden wir im Seminarhotel “Lihn” ausserordentlich freundlich willkommen geheissen. Das Haus ermöglicht Menschen mit verschiedenen Beeinträchtigungen Arbeit und Ausbildung und verdient es deshalb, speziell erwähnt zu werden. Unterkunft und Verpflegung fanden auch seitens der blinden und sehbehinderten Gäste grosse Begeisterung.

Unsere Kursleiterin, Ursula Gachnang, und ihre Assistentin Jacqueline Schneider führten uns mit viel Gespür und Humor durch die verschiedenen manuellen Techniken, die einerseits die Entspannung von überanstrengten Augen und dem ganzen Sehsystem im Vordergrund hat, aber andererseits auch Sehsystemberichtigungen wie Augen-Muskelarbeit und Durchblutungsarbeit speziell für die Augenkrankheiten beinhaltet. Ausserdem lernten wir die Anatomie und Funktionsweise des gesamten Sehsystems sowie verschiedene Augenerkrankungen kennen und verstehen.
Ein sehr attraktiver, und für einmal ein anderer, ganz besonderer Kurs

Schmerikon, im September 2018
Theresa Reichert, Aktuarin

Wochenendkurs vom 28./29. April 2018

“Nicht sehen können trennt von den Dingen, nicht hören können von den Menschen.”
Immanuel Kant (1724-1804)

Dieses Zitat des deutschen Philosophen passt ausgezeichnet zum Thema unseres diesjährigen Wochenendkurses. Es ging um Behandlungsmöglichkeiten für PatientInnen mit Tinnitus.
16 Mitglieder unseres Vereins “physioblind” trafen sich am Samstagmorgen in Glarus, um unter der kompetenten Leitung von Christoph Burch aus Sarnen sowie seiner Frau Birgit eine Methode kennen zu lernen, mit der Tinnitus-Patienten behandelt werden können.
Es geht dabei vor allem darum, mit dieser Krankheit besser zurecht zu kommen; das heisst: Stress abzubauen und adäquate Entspannungstechniken zu erlernen.
Die Weiterbildung erwies sich als sehr praxisorientiert. Am Beispiel einer “richtigen” Patientin konnten Befundaufnahme und Behandlungsablauf durch unseren Kursleiter eindrücklich demonstriert werden.

Einmal mehr fand der Kurs in den Räumlichkeiten der Physiotherapie Glarus AG statt, wofür wir dem Inhaber Fritz Bolliger unseren Dank aussprechen.
Kost und Logis erhielten wir diesmal Im Hotel-Restaurant Stadthof in Glarus.

Schmerikon, 9. Mai 2018
Theresa Reichert, Aktuarin

Weiterbildung „Faszienfitness“

Das Thema „Faszienfitness“ ist seit einigen Jahren in aller Munde! Faszien sind die bindegewebigen Strukturen, die unseren ganzen Körper durchziehen, ihn auskleiden und unsere inneren Organe sowie die Muskeln umhüllen. Ausserdem befinden sich in den Faszien eine Unmenge von Rezeptoren, so dass man dieses Gewebe oft auch als „6. Sinnesorgan“ bezeichnet.

Darüber, wie man die Faszien trainieren kann, gab es für 17 Interessierte des Vereins „physioblind“ vom 16. – 19. Oktober 2017 eine viertägige Weiterbildung. Diese fand im Internationalen Blindenzentrum in Landschlacht statt, wo wir bestens untergebracht und verpflegt wurden.

Unter der kundigen Leitung von Frau Andrea König und ihrer Assistentin wurden unsere Faszien gestretcht und entspannt; wir lernten, wie durch gezieltes Ueben Verklebungen und Schmerzen behandelt oder ihnen vorgebeugt werden kann.

Wie jedesmal kamen auch der persönliche Austausch untereinander und das gemütliche Beisammensein in dieser Woche nicht zu kurz.

Schmerikon, im November 2017
Theresa Reichert
Aktuarin „physioblind“

Wochenendkurs Mai 2017

Am 6./7. Mai 2017 fand in Glarus eine zweitägige Weiterbildung zum Thema Triggerpunkt-Therapie am Kiefergelenk und an der Halswirbelsäule statt.

13 Mitglieder des Vereins „physioblind“ trafen sich in der Praxis von Fritz Bolliger, um sich Kenntnisse bezüglich dieser nicht ganz alltäglichen Thematik anzueignen.

Unter der kompetenten Leitung unseres Instruktoren-Teams Alexander Gürtler und Heidi Tannò erfuhren die TeilnehmerInnen viel Interessantes und Wissenswertes über die Funktionsweise, die möglichen Erkrankungen/Verletzungen und die Behandlung des Kiefergelenks.

Der Kurs fand in gewohnt freundschaftlicher Atmosphäre statt, und – wie immer – wurden wir im Hotel-Restaurant „Glarnerhof“ bestens untergebracht und verpflegt.

Für die grosszügige finanzielle Unterstützung / das grosszügige Sponsoring unserer Weiterbildungskurse sei an dieser Stelle dem Schweizerischen Blinden- und Sehbehindertenverband unser Dank ausgesprochen!

Schmerikon, im Juni 2017
Theresa Reichert, Aktuarin

Kulturreise nach Berlin 2016

Als Präsidentin des Vereins Physioblind möchte ich hier ein paar Eindrücke von unserer kulturellen Austauschreise nach Berlin weitergeben, Und mich für die grosszügige Unterstützung durch den Schweiz. Blindenbund herzlich bedanken.

Bei schönstem Wetter traten wir unsere Reise an und durften diese interessante Stadt mit all unseren Sinnen erleben.

Unterkunft
In der gemütlichen Unterkunft, zentral und nahe der Spree gelegen, genossen wir allmorgendlich das reichhaltige Frühstückbuffet.

Berliner Dom
Wir bewunderten das imposante Gebäude des Berliner Doms, unterstützt durch Informationen des Audioguides, und stiegen all die vielen Treppenstufen bis zuoberst hinauf.

Jüdisches Museum
Während einer Führung, welche bestens auf unsere Bedürfnisse zugeschnitten war, erfuhren und erspürten wir vieles über die aussergewöhnliche und eigenwillige Architektur des von Daniel Liebeskind entworfenen Gebäudes. Auf eindrückliche Weise wurde die jüdische Ausstellung passend zur Architektur eingerichtet.

Gärten der Welt
Im japanischen Wandelgarten spürten wir die ausgleichende Wirkung des Yin und Yang, welche einem zur Ruhe kommen lassen.
Im orientalischen Garten erfuhren wir, wie dank den plätschernden Brunnen Geschäfte verhandelt werden konnten, ohne dass die in den Arkadengängen Sitzenden alles mitbekamen.

Reichstag
Das Gebäude des Reichstags vermittelt Weite und Offenheit. Dank Audioguide und Reliefkoffer konnten wir uns selbständig auf einen Rundgang wagen.

Theater
Wir besuchten zwei sehr unterschiedliche Theater. Im Theater am Kurfürstendamm liessen wir uns unterhalten. Im Ratibortheater beteiligten wir uns selbst am Verlauf des Geschehens auf der Bühne.

Kulinarisches
Dank deutscher und internationaler Köstlichkeiten verloren wir in diesen Tagen bestimmt kein einziges Gramm.

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Die Berlinreise war toll. Dank den angepassten kulturellen Führungen konnten wir z.B. das jüdische Museum und die Gärten der Welt optimal Erleben. Die Theaterbesuche waren sehr amüsant und auch sonst wurde viel gelacht.
Eine bessere Begleiterin hätten wir nicht finden können. Patricia half uns punktuell, wo es nötig war. Als Krönung - wir waren einfach eine tolle, unkomplizierte Gruppe. Vielen Dank, dass das möglich war!

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Das Rahmenprogramm war sehr spannend und abwechslungsreich. Was jedoch die Woche ausmachte, war die Kameradschaft, Feinfühligkeit und Toleranz, die in dieser Gruppe so hoch gehalten wird. Auch hatten wir mit Patricia eine aufgestellte und aufmerksame Begleiterin. Ich möchte dem SBb ganz herzlich für die Subventionierung dieser wunderschönen Tage danken.

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auch ich empfand die Berlinreise so toll, weil wir uns in der Gruppe so wunderbar verstanden haben und so tolerant waren. Und natürlich Patricia mit ihrer humorvollen Art hat alle Klippen bestens umschifft und uns sicher durch Berlin geleitet. Danke, liebe Rita, dass du sie uns mitgebracht hast!
Auch das Programm mit den drei Führungen und die Theaterabende waren sehr bereichernd. Auch dir, Susanne, vielen herzlichen Dank fürs organisieren!

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Zu Berlin mit euch fallen mir folgende Stichworte ein
Herzhaftes Lachen
gute Organisation
geeignete, vielseitige Stadt für Erkundigungen und Führungen
leben und leben lassen
eintauchen in Führungen und Theater
erlebnisreiche Gaumenfreuden mit viel interessanten Gesprächen
Ihr habt mich berührt!

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spürbare weite auf dem dach des berliner doms, schräge architektur für füsse und hände im jüdischen museum, heitere theaterstunden, leichtfüssig und fröhlich die stadt entdecken, sich von den gärten der welt verzaubern lassen, müde und zufrieden im park liegen, die vielen audioangebote für blinde nutzen, munterer austausch, wärmende sonne, feines essen, alle meine sinne wurden beschenkt!
herzlichen dank!

Grundkurs Schwindel mit Stefan Schädler

Einmal mehr fand in den Räumlichkeiten der Physiotherapie Glarus am 28./29. Mai d. J. eine Weiterbildung für die Mitglieder des Vereins „physioblind“ statt. Ebenfalls zum wiederholten Mal durften wir auch für diesen Kurs die Gastfreundschaft und hervorragende Küche des Hotels „Glarnerhof“ geniessen.

Allen, die sich bislang nicht eingehender mit dem Krankheitsbild „Schwindel“ befasst hatten, wurde sofort die Komplexität und Vielseitigkeit dieser Problematik bewusst. Dass die Inhalte trotzdem verständlich und auch praktikabel blieben, dafür war unser Referent Stefan Schädler besorgt. Er behandelt in seiner Praxis seit Jahren erfolgreich Patienten, die unter Schwindel leiden. Stefan brachte seine Kursinhalte lebendig und didaktisch ausgezeichnet „unter die Leute“. Es war für alle ein Vergnügen ihm zuzuhören und von den Kenntnissen dieses feinfühligen und versierten Kollegen zu profitieren.
Am Sonntagabend traten die 15 KursteilnehmerInnen mit viel neu dazu Gelerntem im Gepäck ihre Heimreise an.

Schmerikon, 8. Juni 2016

Psyche und Körper

Am 15. Januar trafen sich in der Physiotherapie Erlen, 8750 Glarus, von Susanne Gasser 11 Mitglieder von Physioblind zum Workshop Psyche / Soma. Unter der kompetenten Leitung von Frau Dr. Med. Regula Guggenbühl Schlittler, Fachärztin für Psychiatrie und psychotherapeutin, haben wir uns intensiv mit dem Thema auseinander gesetzt.
Die Anregung zum Workshop ergab sich aus dem Solsana-Wochenkurs zum Thema "chron. Schmerzen und Sport" vom September 2015. Damals haben wir uns mehrheitlich mit den körperlichen Aspekten bei der Diagnose und Behandlundes Chron. Schmerzes befasst. Da wir genauer wissen wollten, was seitens der Psychotherapie den chron. Schmerzpatienten angeboten wird, hat Susanne die Initiative ergriffen und den Workshop in Glarus organisiert.
Im ersten Teil befasste sich Frau Guggenbühl mit dem Krankheitsbildern Depression und Sucht. Im zweiten Teil ging sie vermehrt auf die chron. Schmerzen und Aspekte der Psychotherapie ein.
Die Atmosphäre am Kurs war einmal mehr ausgezeichnet! es ergaben sich interessante Gespräche. Frau Dr. Guggenbühl gelang es hervorragend, sich mit uns zu verständigen und den Stoff gut zu vermitteln. Der Austausch mit einer Fachperson aus der Psychiatrie war bereichernd. Wir konnten feststellen, wie Eng Körper und Seele miteinander verknüpft sind. Ich meine, es war klar spürbar, dass es sich auch für Physiotherapeuten lohnt sich mit seiner eigenen Psyche und deren seiner Patienten zu beschäftigen.
Auch die Gemütlichkeit kam in diesem Kurs nicht zu kurz. Das Feine Mittagessen im Restaurant Schützenhaus war ein toller Rahmen der gelungenen Veranstaltung.

Fritz Bolliger, dipl. Physiotherapeut FH, Kursteilnehmer www.physioglarus.ch

Fritz Bolliger (52), der blinde Physiotherapeut

Fritz Bolliger arbeitet gern und viel. Seit zehn Jahren leitet er seine eigene Praxis.
Wer seine Praxis betritt, trifft auf sprechende Geräte. Der Computer, das Blutdruckmessgerät, das Thermometer sprechen, weil er nicht sehen kann.
Fritz Bolliger (52) ist Physiotherapeut und blind. Seit 26 Jahren arbeitet er in dieser Praxis in Glarus, vor zehn Jahren hat er die Leitung übernommen. Er hat sieben Mitarbeitende, eine Mitarbeiterin ist ebenfalls sehbehindert.
«Die Stärke des blinden Physiotherapeuten ist der Tastsinn, weil er täglich trainiert und gebraucht wird», sagt Bolliger. «Wir spüren andere Dinge als sehende Therapeuten.»
Wie zwei seiner drei Brüder leidet er an der Erbkrankheit Retinopathia Pigmentosa, einer Degeneration der Netzhaut. Seine Eltern sind nicht blind.Lange wusste der junge Fritz Bolliger nicht so recht, was einst aus ihm werden sollte. Als grosser Fussballfan hätte er sich vorstellen können, als Masseur mit einem Verein um die Welt zu reisen. Schliesslich entschied er sich 1982 für die Physiotherapieausbildung am Universitätsspital Zürich. Heute ist er einer von 30 sehbehinderten und blinden Physiotherapeuten in der Schweiz.
Auf seinen Titel, Dipl. Physiotherapeut FH, ist er stolz. «Eigentlich sind mir Titel nicht wichtig», sagt er, aber in diesem Fall sei das der Beweis dafür, dass er die gleiche Ausbildung wie sehende Therapeuten absolviert hat. «Der Aufwand, um die gleiche Leistung wie Sehende zu erbringen, ist viel grösser für mich. Ich muss ständig zeigen, dass ich es auch kann.»
Bolliger, Vater von zwei sehenden Töchtern, arbeitet gerne – und viel. Er steht nicht selten von sieben Uhr morgens bis sieben Uhr abends in der Praxis. Arbeit sei für ihn Befriedigung. «Und Normalität. Ich gehöre dazu, wie alle anderen.» Er ist froh, nicht von staatlicher Unterstützung abhängig zu sein. «Ich verdiene mein Brot und kann für meine Familie sorgen. Das bedeutet mir viel.»

Wochenkurs zum Thema chronischer Schmerz und Training 2015 im Hotel Solsana

Verschiedene Stimmen von Teilnehmern am Physiotherapie-Kurs “Muskelaufbau bei chronischen Schmerzen” vom 7. – 11. September 2015 im Hotel Solsana, Saanen

Ich bin froh, dass ich jetzt weiss, dass die Behandlung von chronischen Schmerzen nicht chancenlos ist. Nach den vielen Jahren in denen man uns gelehrt hat, dass einmal veränderte Neuronen irreversibel verändert bleiben tat es richtig gut, von Irene das Gegenteil zu hören. Das macht Mut für die Zukunft.

Ich habe den Kurs sehr positiv erlebt. Mit ihrer sympathischen Art hat die Kursleiterin Irene Wicki den doch vorwiegend theoretischen Stoff interessant rübergebracht. Mit chronischen Schmerzen sind wir jeden Tag konfrontiert. Es ist sehr motivierend und hilfreich, wieder neue Impulse bekommen zu haben, die unsere Arbeit bereichern und ergänzen. Mein Fazit: ein chronischer Schmerz soll und darf kein Hindernis sein, sich sportlich zu betätigen, im Gegenteil: Sport vermittelt viele positive Inputs, so dass es sich lohnt, die Patienten immer wieder davon zu überzeugen.

Dieser Kurs hat mir viele Anregungen zur Behandlung von Patienten mit chronischen Schmerzen gegeben. Ich bin motivierter und werde diese Tipps gerne im Berufsalltag umsetzen.

Mein Vorsatz ist dahin gegangen…
Eigentlich wollte ich heute arbeiten wie vor 10 Tagen - zuerst das Skript studieren, mir die Erklärungen nochmal in der Theorie gemütlich durch denken - ich bin gescheitert, der Kurs hat mich verändert. Jetzt bleibt noch zu hoffen, dass ich es schaffe, die Patienten mit zu verändern!

Eine Fortbildung vom Feinsten, immer mit viel Zug und eine Neuigkeit nach der Anderen, wirklich toll! Diese neuen Informationen werden sofort Einzug in meine Behandlungen halten.

Es hat mir grossen Spass gemacht, anhand von Patientenbeispielen diese interessanten Theorien umsetzen zu lernen.
Irene Wicki habe ich als eine kompetente, liebenswürdige und stets hilfsbereite Instruktorin erlebt.
Die Kameradschaft unter den Kursteilnehmern empfand ich als sehr gut; es gab immer auch Raum für einen Spass und ein Lachen....

Mich hat besonders beeindruckt, dass es bei dem durch Irene Wicki äusserst lebendig vermittelten Konzept nicht einzig und allein um Sport und körperliches Training geht. “Aktivität” heisst das Zauberwort! Diese kann durchaus auch geistiger Art sein. Wichtig sind die positiven Gefühle, die unser Gehirn dazu bringen, schmerz-reduzierende “Glückshormone” auszusenden. So können auch Singen oder das Erlernen einer Fremdsprache für Patienten mit chronischen Schmerzen absolut positive Effekte haben.

Dieser Kurs ermöglicht mir meinen chronischen Schmerzpatienten mehr über das Geschehen auf den verschiedenen Ebenen zu erzählen. NozzizeptiveSchmerzen, zentrale Sensiblisierung und emotionale Stimmuli können unterschieden werdenund sind wichtige Begriffe in diesem Zusammenhang.
Der Kurs war wie immer top organisiert und fachlich und sozial eine bereichernde Woche.

Heute ist das Wort “Manager”- in aller Munde. vielleicht könnten wir Physiotherapeuten uns zukünftig als “pain and move Manager” bezeichnen?

Mit den Händen sehen - 40 Jahre im Beruf

Nicht nur die Massagegriffe machen die Arbeit interessant, sondern auch der Kontakt zu den Menschen, den der erblindete Robert Stoffel als grosse Bereicherung in seinem Beruf empfindet. Nach der Grund- und Sekundarschule, die Stoffel grösstenteils mit Nichtbehinderten durchlief, entschied er sich auf Grund seiner zunehmenden Sehschwäche den Beruf des Med. Masseurs an der "Elisabeth-Dicke-Schule" dem heutigen "BFW" in Mainz , einem speziell eingerichteten Zentrum für Sehbehinderte und Blinde, in Angriff zu nehmen.

"Das Eerste, was ich bei meinen Patienten wahrnehme, sind die Stimme und der Händedruck", sagt Stoffel. "Und dann mache ich mir ein Bild, wie die Menschen aussehen könnten. Aber das entspricht höchstwahrscheinlich nicht der Realität. Beim Telefonieren verhält es sich ähnlich, da macht man sich auch so seine Vorstellungen."

Stoffel behandelt auch Menschen, die nach einer Hirnverletzung einfache Handgriffe wieder neu lernen müssen. Wenn so etwas passiert, sind die Betroffenen verunsichert und auf Hilfe angewiesen. Früher glaubte der blinde Therapeut, er könne die Patienten heilen. Heute ist er Realist und dankbar, wenn er ihnen mit seinen Händen Linderung schenken kann.

In seiner Freizeit treibt Robert Stoffel Sport. Wenn es das Wetter erlaubt, schwingt er sich mit seiner sehenden Begleitung aufs Tandem und legt beträchtliche Distanzen zurück. So hat er viele Ecken des Fricktals und des nahegelegenen Bundeslandes Baden-Württemberg kennen gelernt. An guter Musik, einem gepflegten Essen in angenehmem Ambiente hat er genauso Gefallen wie an interessanten Diskussionen mit Freunden.

Am 7. April kann Robert Stoffel auf 40 Jahre Arbeit in der "REHA Rheinfelden" zurückblicken. Ihm sei wichtig, dass der Beruf des Med. Masseurs als ein interessantes und wertschätzendes therapeutisches Arbeitsfeld erhalten bleibe. Sein persönlicher Wunsch: "Kliniken mit myoskeletalen und orthopädischen Patienten sollten vermehrt Arbeitsplätze für sehbehinderte und blinde Therapeuten anbieten. Diese und ähnliche Krankheitsbilder lassen sich optimal mit verschiedenen Massagetechniken behandeln. Wichtig ist aber auch, dass jeder sich weiterbildet, damit er beruflich nicht zurückbleibt." Stoffel selbst nimmt diese Empfehlungen ernst. So hat er im Jahr 2002 nebst vielen Fortbildungskursen beim "Schweizerischen Roten Kreuz" (SRK) die Anerkennung von ausländischen Ausbildungsabschlüssen über eine Prüfung zur Weiterqualifikation zum dipl. Physiotherapeuten in der Schweiz erfolgreich bestanden.

Je mehr Jahre vergehen, desto mehr verblassen die Erinnerungen an die Bilder aus der Jugendzeit. Vor allem die Gesichter würden aus dem Gedächtnis verschwinden, sagt Stoffel. Aber wenn seine Hände fachkundig über den Körper gleiten, um eine Befundung zu erheben, seine Finger gezielt Triggerpunkte im Muskel suchen und dann mit einem sicheren Druck einen bohrenden aber wohltuenden Schmerz auslösen, und wenn seine Griffe Verklebungen des Gewebes bearbeiten und geschickt die Narben mobilisieren, dann spüren seine Patienten, dass ihr blinder Therapeut mit den Händen sehen kann.

Josef Camenzind/Miriam Ragonesi

Fascial Fitness mit sehbehinderten Physiotherapeuten in Glarus

Am 16. Jan. 2015 wurde Dr. Robert Schleip von Heidi Tanno, Präsidentin der IMTT (Interessengemeinschaft für Myofasziale Triggerpunkt-Therapie), für einen Vortrag über Faszien ins Volkshaus Zürich eingeladen. Ich wurde von Robert angefragt, die Bewegungssequenzen zu zeigen. Ich war überwältigt, wie viel Teilnehmer kamen, der Raum platzte aus allen Nähten. Die Übungen die ich geplant hatte, mussten abgeändert werden, da die Teilnehmer kaum mehr Platz hatten, als eine Sardine in der Dose. Auf jeden Fall hat es Spass gemacht, den sehr motivierten Physios und Ärzten einen Einblick in Fascial Fitness (FF) zu vermitteln. Dort traf ich Heidi das erste Mal.
Heidi wollte mehr über die FF wissen und erfahren, wie sich Faszientraining am eigenen Körper anfühlt. So fragte sie mich spontan, ob ich für die 14 Mitglieder der Gruppe „physioblind“ einen FF Kurstag erteilen möchte. Ich musste nicht lange überlegen, sagte selbstverständlich sofort zu und freute mich auf die Herausforderung. Ich wusste das Heidi dabei sein würde und dass sie die Gruppe und ihre besonderen Bedürfnisse bereits kennt. Ich war mir sicher, dass Heidi und ich ein gutes Team sein würden.

Am Samstag Morgen 16.04.2015 Komme ich im schönen Glarus in der Physiotherapiepraxis von Fritz Bolliger an. Fritz ist Leiter dieser Praxis; hier werden Heidi und ich 2 Tage mit 14 sehbehinderten Physiotherapeuten zusammen arbeiten. Heidi wird mit ihnen die Faszien manuell behandeln und ich fokussiere mich auf das Training der Faszien.
Geplant waren zwei Tage Refresher IMTT mit dem Fokus auf das Bindegewebe. Am ersten Tag wurden die „Oberflächliche Rückenlinie“ (ORL) und die „oberflächliche Frontallinie“ (OFL) nach Thomas Myers, manuell behandelt. Am Sonntag war der FF Kurs.
Ich wollte mir Zeit geben die Gruppe kennen zu lernen und so begleitete ich schon am Samstag die Gruppe gemeinsam mit Heidi. Der Tag war sehr entspannend für mich, da sich die Gelassenheit, Vertrautheit und Fröhlichkeit der Gruppe auch auf mich übertrug.
Während der Behandlung der ORL und OFL konnte ich schon entsprechende FF Übungen einbringen. Ohne große Worte waren Heidi und ich ein eingespieltes Team; so wurde ich in der Mittagspause gefragt, wie lange und wie oft wir schon zusammen Kurse gegeben hätten.

Wir genossen es sehr, dass wir alle im nur 3 Gehminuten vom Kursraum entfernten Hotel Glarnerhof untergebracht waren. Wir wurden kulinarisch absolut verwöhnt. Das Personal war unglaublich kompetent, liebenswürdig und hilfsbereit.
Für Sehende sind Kurse mit der Gruppe „physioblind“ äußerst lehrreich. Nur schwer können wir uns vorstellen stets im Dunkeln zu sein, sich auch in neuen Räumen und Hotelzimmern zu orientieren, den richtigen Zug zu erreichen, sich an einem Frühstücksbuffet zurechtzufinden und immer korrekt angezogen zu sein. Ich habe sehr große Achtung wie Blinde und Sehbehinderte ihr Leben meistern. Sie benötigen dazu nicht nur Disziplin und Konzentration, sondern stets auch eine gute Prise Humor um die alltäglichen Hindernisse zu meistern.

Nachdem wir den Samstagabend mit einem köstlichen Essen und gutem Wein ausklingen liessen, haben sich alle hoch motiviert und gespannt auf den FF Tag beim Frühstücks Buffet wieder getroffen.
In einer langen Reihe sind wir zügig in der Praxis angekommen.

Ich hatte viel FF Material bei mir, verschiedene Blackrolls, Manschetten, Tensegrity Model, Bälle für die Füsse u.v.m. Wir haben die Faszien released, ausgerollt, aktiviert, rehydriert, bounced, aufgespannt und als ganzes Netz in verschiedenen Positionen erfahren. Dem Körper bereits vertrautes wurde neu erlebt und erfahren. Die Zeit verging sehr schnell, es wurde viel experimentiert und auch gelacht!
Es war schön zu beobachten, dass keine Berührungsängste gegenüber Personen und Material vorhanden waren. Raum und Gegenstände wurden mit den Händen ertastet, mit den Ohren gehört und über die Körperhaut wahrgenommen. Partnerübungen erwiesen sich als sehr geeignet und beflügelten die Phantasie!
Auf der Blackroll sind wunderbare Übungen entstanden, alles fühlte sich als selbstverständlich an und die Bewegungen wurden fließend und kreativ umgesetzt. Das Konzept des Faszientrainings ist gut angekommen. Ich war glücklich, dass alles so gut geklappt hat.

Das waren zwei unvergessliche Tage für mich. Ich bin sehr berührt von der liebevollen Aufnahme meiner Person und würde mich freuen, wenn noch ein FF Intro-Kurs folgen würde.
Glücklich und zufrieden bin ich mit neuen Erfahrungen und Eindrücken Zuhause angekommen.
Noch einen besonderen Dank an Heidi Tanno und Bernhard Fasser, sie haben den Anlass wunderbar organisiert und mich gut vorbereitet.
Mein Respekt für ihre Arbeit ist durch das interessante Wochenende und die liebevolle Integration in die Gruppe noch größer geworden.
Andrea König
Dipl. Physiotherapeutin
Dipl. Spiraldynamik® Adv.Fascial Fitness Trainerin

Heidi Tanno-Rast
Dipl. Physiotherapeutin FH
intermediate Senior Instruktorin IMTT
Präsidentin IMTT

Bericht über die Generalversammlung mit Stadtführung in Luzern, März 2015

Luzern zum Anfassen

Am Samstagvormittag, 7. März 2015 treffen sich Mitglieder des Vereins von Physioblind unter dem Torbogen vor dem Bahnhof Luzern zu einer Stadtführung mit Frau Christina Gerritzen.

Am 5. Februar 1971, so die Ausführungen von Frau Gerritsen, brannte der Luzerner Bahnhof fast vollständig aus. Dabei kam niemand ums Leben. Und dieser Torbogen ist fast das einzige Überbleibsel des Bahnhofes geblieben.
Am Wahrzeichen von Luzern, dem achteckigen Wasserturm, mit seinen stattlichen 35 Metern Höhe, und als Stadtbefestigung gegen den See gebaut, lenkt uns die Führung auf die Kapellbrücke zu. Diese fiel in der Nacht auf den 18. August 1993 einer Feuersbrunst zum Opfer, welche nach Vermutungen durch eine weggeworfene Zigarette ausgelöst wurde. Der Brand zerstörte einen Grossteil der Brücke und unter anderem 78 der 111 berühmten Bilder. Nach dem Brand konnten die Überreste von 47 Bildern geborgen werden. 30 Bilder liessen sich bis 1998 restaurieren. Die Brücke wurde umgehend wiederaufgebaut, am 14. April 1994 eingeweiht und erneut für die Benutzung durch Fussgänger freigegeben.

Am Brückenkopf schlendern wir an der Kapellbrücke vorbei. Im Mittelalter führte die Brücke direkt in die Kapelle, so musste jeder, der in die Altstadt wollte zuerst das Gotteshaus betreten. Nach wenigen Minuten stehen wir auf dem Kapellplatz vor dem Fritschibrunnen, einem Symbol der Luzerner Fastnacht. "Die Luzerner seien ein fröhliches und gescheites Volk" erklärt uns Frau Christina Gerritsen. Sie begossen am liebsten zweimal im Jahr die Fastnacht, so dass die Staatslenkung einschreiten musste und mit einem Spruch hoch an den Giebeln des Rathauses angebracht dem Treiben Einhalt gebieten wollte. ungefähres Zitat des Spruches: "Liegst Du einmal auf dem Boden, dauert es nicht mehr lang bis zum Flug nach oben!"
Und da ist noch etwas mit den Luzerner Lebkuchen, einer Spezialität. die wurden einst für Jugendliche verboten, da das beigemischte Gewürz zur Unzucht verführen möge.

nach der ansprechenden aber von der Temperatur gesehen kalten Stadtführung strebte die Gesellschaft zum Mittagessen ins Hotel Waldstätterhof, wo wir uns bei einem köstlichen Mahl auf die Generalversammlung einstimmen konnten. Diese fand in einer ungezwungenen Atmosphäre statt, und die Sachgeschäfte wurden zügig abgewickelt.
Bemerkenswert sei die Wahl von Monika Fischbacher, die für den auf die Generalversammlung 2016 zurücktretenden Beni Fasser sich jetzt schon mit ihrem zukünftigen Mandat als Verantwortliche für die Weiterbildungskurse einstimmen kann. Die Durchführung, respektive die Vorfinanzierung der Weiterbildungskurse sind zu einer Hürde geworden, da der Schweizerische Blinden- und Sehbehindertenverband (SBV) sein Kurskonzept geändert hat. dieses führt nun zu Mehraufwand für den Kursverantwortlichen im Vorstand und zieht wegen der Vorfinanzierung der Kurse ein unzumutbares Mass an finanziellem Aufwand nach sich. An der Versammlung wurde beschlossen, dass Physioblind als ordentliches Mitglied des Schweizerischen zentralverein für das Blindenwesen (SZB) mit diesem den Dialog sucht, um allenfalls eine moderate Lösung zu finden.

In Gedanken schweifen wir nochmals zum Wasserturm. ab April bis September wird dieser von einem Gast aus Afrika bewohnt. Es ist der Alpensegler. Er brütet dort in einer Kolonie und an lauen Sommertagen ist sein langgezogenes und gegen Ende abfallendes Trillern zu vernehmen. ein wundersames akustisches Bild, welches an den milden Abenden dem Zuhörer Afrika ein Bisschen näher bringt.

Josef Camenzind

Monika Fischbacher neu im Vorstand von Physioblind

Monika Fischbacher Am 7. März 2015 wählte physioblind Monika Fischbacher, Rüti ZH, neu in den Vorstand

Nach meiner Ausbildung zur Physiotherapeutin habe ich während 10 Jahren in verschiedenen Privatpraxen, sowie ein Jahr in einem amerikanischen Spital gearbeitet.
Während meiner Zeit als Familienfrau habe ich verschiedene Aus- und Weiterbildungen besucht, vorwiegend im komplementärmedizinischen Bereich. Der Mensch in seiner Ganzheit hat mich schon immer interessiert und so habe ich mich vor zwei Jahren selbständig gemacht. In meiner kleinen Praxis biete ich verschiedene Massagen, Entspannungstechniken und Naturkosmetik an. Im Zentrum stehen Prophylaxe und Hilfe zur Selbsthilfe.
Deshalb sind meine Kunden ausschliesslich Selbstzahler. Ich habe auch bewusst auf die Krankenkassenanerkennung verzichtet.

Als Mitglied von physioblind schätze ich den Austausch mit den Berufskollegen/kolleginnen, sowie die auf die speziellen Bedürfnisse ausgerichteten Weiterbildungen.

In meiner Freizeit lese ich gerne, geniesse gute Gespräche mit Freunden oder bin als Beifahrerin mit meinem Mann auf der Harley unterwegs.

Wir wünschen ihr viel Freude an ihrem Mitwirken im Vorstand und freuen uns über ihr Engagement!
Bernhard Fasser

Unterwegs als Mutter und Physiotherapeutin

Als Kind versteckte Andrea Liechti-Schawalder ihre Sehbehinderung. Als Jugendliche fand sie ein Ja dazu, lernte Hilfsmittel und Gleichgesinnte schätzen und wurde Physiotherapeutin. Seit zehn Jahren ist sie vor allem Mutter. Als Präsidentin von Physioblind bleibt sie in Kontakt mit der Berufswelt.

Andrea Liechti-Schawalder wuchs auf einem Bauernhof ausserhalb von Grub AR auf. Das Leben auf dem Hof und der Kontakt zu den Tieren bedeuteten dem scheuen Mädchen viel. Deshalb wollte sie nicht in die Blindenschule. Ausserdem versteckte sie so gut wie möglich, dass sie schlecht sah. Über ihre Zeit in der Dorfschule im Appenzeller Vorderland erzählt sie: "Ich war eine Aussenseiterin. Meine Mitschüler und Mitschülerinnen wählten mich bei Gruppenarbeiten erst zuletzt. Ferner reklamierten sie, ich werde von den Lehrerinnen und Lehrern bevorzugt." So verliess sie die Schule nach den acht obligatorischen Jahren und arbeitete auf dem elterlichen Bauernhof.
br/> Auszeit als Wendepunkt
Die Zeit zu Hause gab ihr Raum, sich mit ihrer Sehbehinderung auseinanderzusetzen. Ferner lernte sie Blindenschrift lesen, Schreibmaschinen schreiben und einen Langstock benutzen. Auch setzte sie sich in dieser Zeit mit der Berufswahl auseinander. Gerne hätte sie mit Tieren gearbeitet. Das war jedoch nicht möglich. Von den Vorschlägen, die ihr gemacht wurden, konnte sie sich einzig eine Ausbildung zur Physiotherapeutin vorstellen. Dafür aber waren die acht Schuljahre zu wenig.
Nach einiger Zeit entschloss sie sich für ein Jahr an der Eingliederungsstelle, heute Sehbehindertenhilfe Basel. Dort war blind sein normal und das tat ihr gut. Ferner vertiefte sie ihre blindentechnischen Kenntnisse.
Zurück aus Basel absolvierte sie in St. Gallen das dritte Sekundarjahr und zwei Jahre Diplommittelschule, ausgestattet mit Hilfsmitteln wie Tonband, Schreibmaschine und Lesegerät. Dass sie ihre Sehschädigung nicht mehr versteckte, erlebte sie positiv: "Meine Mitschülerinnen begegneten mir rücksichtsvoll. In einer Sonderwoche wählten sie sogar das Thema 'Blindheit' aus." Neben der Schule begann sie, Freizeitangebote für Menschen mit Behinderung zu nutzen.
Mit der notwendigen Schulbildung im Rucksack startete Andrea Liechti 1988 an der Physiotherapieschule des Universitätsspitals Zürich. Dort erhielten Betroffene speziellen Stützunterricht von einer blinden Physiotherapeutin. Diese lehrte zum Beispiel, wie man über Tasten und Hören erfassen kann, wie sich jemand beim Gehen bewegt.

Engagiert für Berufskolleginnen
Nach der Ausbildung fand sie eine Anstellung im Mineralbad St. Margrethen. Später hat sie in St. Gallen in der Praxis einer Rheumatologin gearbeitet. "Wie die Stellensuche verläuft, hängt davon ab, wo man arbeiten möchte", stellt Andrea Liechti fest. In einer eigenen Praxis zu arbeiten, sei am einfachsten. Da könne man sich passend einrichten. Im Spital würde der Stellenplan heute knapper besetzt und das Personal habe keine Zeit mehr für die Bedürfnisse von sehbehinderten Physiotherapeutinnen. Ferner seien nicht alle Computerprogramme barrierefrei.
Um solche Barrieren gemeinsam abzubauen und um sich weiterzubilden, haben sich sehbehinderte und blinde Physiotherapeutinnen und -Physiotherapeuten im Verein Physioblind zusammengeschlossen. Andrea Liechti präsidiert den Verein seit einigen Jahren und gibt Stützunterricht für Studierende der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften. Für diese Ausbildung hat sich der Verein Physioblind intensiv engagiert.
br/> Die Tochter begleiten
Ansonsten ruht die Berufsarbeit. Als sie mit 38 Jahren Mutter wurde, war für sie klar, dass sie für ihre Familie da sein will. Die erste Zeit als Mutter erlebte sie manchmal stressig, denn ihre Tochter Cynthia wollte die Welt entdecken. Andrea Liechti entschied sich dafür, ihrer Tochter auf die Rutschbahn oder das Klettergerüst zu folgen und erlebte so viel Neues und Spannendes. Ferner hat sie ihr ein Glöckchen an den Schuh gebunden, um zu wissen, wo sie ist. Wenn Cynthia jedoch im Sandkasten die Schuhe auszog, nützte das nichts mehr. Einfacher war es deshalb mit sehender Begleitung unterwegs zu sein.
Die Wohnung haben sie und ihr Mann Ronald "Kinder sicher" eingerichtet und für spezielle Gelegenheiten nutze sie ein fahrbares Laufgitter. Ausserdem gab es in Gossau SG einen Begegnungsort, wo die Kinder betreut wurden. Sie hält fest: "Dieses Angebot hat mich sehr entlastet."
Bis heute sucht sie immer wieder Wege, um die Bedürfnisse und Wünsche ihrer Tochter zu erfüllen. Zum Kerzenziehen zum Beispiel geht sie mit ihr ins Bildungs- und Begegnungszentrum St. Gallen. Dort hat sie auch Tipps geholt, wie sie Cynthia den Wunsch erfüllen kann zu schnitzen.

Jeder macht, was er gut kann
Im Haushalt organisiert sie sich so, dass sie die meisten Arbeiten selbständig erledigen kann. Die 49-Jährige stellt fest: "Ronald hat ein gutes Auge dafür, was praktisch ist." Zum Beispiel hat sie eine eigene, gut bedienbare Waschmaschine in der Mietwohnung. Blusen bügeln, flicken und einige Putzarbeiten übernimmt die Haushaltshilfe, die alle zwei Wochen für zwei bis drei Stunden kommt. Und ihr Mann ist zuständig fürs Hefte einfassen, Flecken behandeln, Erdbeeren pflücken und für gemeinsame Ausflüge mit der Tochter ins Schwimmbad und mit dem Velo. Ihre Aufgabe ist es, Informationen über mögliche Ferienziele zu sammeln und die Familienferien zu organisieren. Sie geniesst es, dass Informationen dank Computer, Braille-Zeile und Sprachausgabe heute einfacher zugänglich sind als in ihrer Kindheit. Dennoch liest sie immer noch gerne in Blindenschrift: Bücher über fremde Länder und Romane von Frederica de Cesco. Auch Cynthia geniesst es immer noch sehr, wenn sie von ihrer Mutter ein Buch vorgelesen bekommt. Und auc Tiere haben einen Platz in ihrem Leben: seit gut fünf Jahren ist Andrea Liechti-Schawalder mit Führhündin Bhotia unterwegs.

Der Weg - März, Edith Nüssli

Die Therapeutin, die mit den Händen sieht - bernerzeitung vom 24.02.2015

Von Karin Iseli-Trösch
Verena Albiez arbeitet als Physiotherapeutin – trotz fehlenden Augenlichts. Für die Langenthalerin in Diensten der SRO steht der Mensch und nicht seine Einschränkung im Vordergrund. Verena Albiez und Leslie sind ein Team. Der Führhund macht einen Teil des fehlenden Augenlichts der Therapeutin wett und begleitet sie überallhin.
Physiotherapeutin war schon in den Jugendjahren der Traumberuf von Verena Albiez. Doch erst nach einem Schicksalsschlag wurde er Wirklichkeit: «Mit 25 Jahren löste sich die Netzhaut von meinen Augen, und ich erblindete vollständig. Dadurch musste ich meinen gelernten Beruf als kaufmännische Angestellte im Bereich Buchhaltung aufgeben.» Liebevoll tätschelt die Frau über 40 den Kopf von ihrem Führhund Leslie, den sie liebevoll «meine erste Assistentin» nennt. Die Hündin begleitet Verena Albiez tagtäglich an ihren Arbeitsort der SRO AG in Herzogenbuchsee, wo sie Bereichsleiterin Physiotherapie ist.
Ihr Tastsinn ist ausgeprägter. Für die Langenthalerin gilt die Devise: Wer fühlen kann, muss nicht sehen. «Ich habe zehn Fingeraugen. Diese lassen sich weniger täuschen als die wirklichen Augen, welche sich sehr leicht in die Irre führen lassen.» So etwa bei der Inspizierung einer Narbe: Das Fachwissen sei bei ihr das gleiche wie bei ihren Berufskollegen, doch durch ihren ausgeprägten, jahrelang trainierten Tastsinn könne sie kleinste Veränderungen im Gewebe feststellen und dann auch darauf reagieren. Es gebe nur ganz wenige Einschränkungen im Berufsalltag. Etwa dann, wenn jemand die Fähigkeit zu sprechen verloren habe oder aber des Deutschen nicht mächtig sei. Anders als Sehende sei sie auf die Sprache als Kommunikationsmittel angewiesen. Was die eigentliche Therapiearbeit anbelange, gebe es aber keine Einschränkungen.
Hündin Leslie ist in der Zwischenzeit zu ihrem Schlafplatz etwas abseits der Behandlungsliegen getrottet und hat sich hingelegt. Sie beide seien täglich zwei bis drei Stunden zu Fuss unterwegs, sagt Verena Albiez. Oft dürfe sich Leslie dabei frei bewegen und einfach nur Hund sein. «Von diesem Rumtoben ist sie dann so müde, dass sie einen Grossteil meines Arbeitstages schlafend auf ihrer Decke verbringt.»
Die Hemmungen sinken Patienten, die das erste Mal zu ihr in die Therapie kommen, informiert Verena Albiez gleich bei der Begrüssung über ihr Handicap. «Ich kenne die Herausforderungen meiner Patienten, und diese sollen meine kennen», sagt sie. Je offener sie mit ihrer Sehbehinderung umgehe, desto weniger Probleme und Hemmschwellen hätten ihre Mitmenschen. Das gelte jedoch nur für den Berufsalltag. Sonst werde sie häufig auf ihr Blindsein reduziert, was sehr unangenehm sei. Sehende Menschen könnten es sich sehr oft nicht vorstellen, dass man auch ohne Augenlicht leben kann. «Wenn mir nicht gerade jemand im Weg rumsteht, kann ich das aber sehr gut», sagt sie und lacht. Sie meistere ihren kompletten Alltag ohne fremde Hilfe. Ausser Haus sei ihr Leslie natürlich eine grosse Hilfe. Es ist der zweite Führhund, der Verena Albiez das fehlende Augenlicht zumindest teils wettmacht und sie überallhin begleitet. Zuvor hatte sie lange Jahre keinen Hund. Erst als ein Patient sie einmal gefragt habe: «Und wo ist der Hund?» Habe sie den Entschluss gefasst, einen vierbeinigen Helfer anzufordern. Sowohl Leslie wie auch sein Vorgänger sind in der Stiftung Schweizerische Schule für Blindenführhunde in Allschwil geboren und ausgebildet worden. Es sei ein schwieriger Abschied gewesen, als sie ihren ersten Hund vor gut einem Jahr habe loslassen müssen. «Durch den intensiven Kontakt und das innige Zusammenspiel entsteht eine sehr enge Beziehung», sagt sie.
Ohne Rente durchs Leben Die Physiotherapeutin empfindet es als Glück, in diesem Beruf arbeiten zu können, denn in diesem könne das fehlende Augenlicht optimal kompensiert werden. So könne sie ein Rentenfreies Leben führen – nur für Leslie erhalten sie monatlich von der IV einen Beitrag an die Futter- und Tierarztkosten. «Ich verurteile niemanden, der durch eine körperliche Einschränkung Gelder in Anspruch nimmt. Für mich wäre dies aber nie infrage gekommen.»
In der Schweiz praktizieren etwa 35 Therapeuten mit einer Sehbehinderung. Sie haben sich im Verein Physioblind zusammengeschlossen, um sich auszutauschen und Weiterbildungen durchzuführen. Weiterbildung ist auch für Verena Albiez ein wichtiges Thema. «Dank dieser entfacht sich das Feuer für diesen Beruf immer wieder aufs Neue.»

Einführungskurs Spiraldynamik”

11 Mitglieder von Physioblind nahmen am Einführungskurs "Spiraldynamik" vom 25. - 29.8.2014 teil. Wie jedes Jahr fand auch dieser Kurs im Hotel Solsana in Saanen statt. Die Kursleiterin, Paula Engler aus Ennenda GL,  gab uns in kompetenter Art und Weise einen Einblick in das Prinzip der Spiraldynamik.
Die Schwerpunkte lagen bei der unteren Extremität. Mit diversen Hilfsmitteln, wie z. B. Bällen, Tüchern und Balancegeräten, zeigte uns Paula verschiedene Stabilisations-, Gleichgewichts- und Koordinationsübungen.

Spiraldynamik ist ein anatomisch begründetes Bewegungs- und Therapiekonzept. Die Kenntnis der 3-dimensionalen Anatomie dient als Grundlage für die praktische Umsetzung im Alltag und beim Training. Sie bietet eine hohe Wirksamkeit für die Verbesserung der Haltungs- und Bewegungskoordination.
Kurz gesagt: Spiraldynamik ist eine Gebrauchsanweisung für den Körper.

Herzlichen Dank an Paula Engler für diese lehrreiche Woche und an Beni Fasser für das Organisieren dieser Weiterbildung.

Bild vom Kurs

Bericht über den Kurs "Manipulative Massage nach Terrier”

Am Wochenende vom 5. / 6. April 2014 fand in Glarus ein Kurs zum Thema “Manipulative Massage nach Terrier” statt.
Es handelt sich bei dieser Behandlungsmethode um eine Kombination von Gelenksmobilisationen und Massagetechniken. Unser Referent, René van de Velde hat auf sympathische, bodenständige Art zwei ausserordentlich praxis-orientierte Kurstage gestaltet. Die verschiedenen Manöver dieser Technik lassen sich einfach anwenden, sind sehr effektiv und problemlos in jegliches Behandlungskonzept integrierbar.
Das Hotel Glarnerhof trug mit seiner Gastfreundlichkeit und der feinen Küche ebenfalls zum guten Gelingen dieses inspirierenden Wochenendes bei!

Therese Reichert

Interview mit der Physiotherapeutin Andrea Küng

Aus dem Dialog Nr. 23, Oktober 2013 der Schweiz. Bibliothek für Blinde, Seh- und Lesebehinderte

Verspannungen entspannen ist der Beruf von Andrea Küng. Sie besitzt noch einen Sehrest von 1 Prozent. Das hindert sie nicht daran, die Welt neugierig zu entdecken.

Andrea Küng, Sie sind Physiotherapeutin mit einer Praxis in Ihrer Wohnung. Wie sieht Ihr Arbeitstag aus?
Meistens stehe ich um 5.15 Uhr auf. Dann lege ich die Wäsche für den Tag zusammen und gehe meine heutigen Termine durch. In der Küche mache ich mir einen Cappuccino, vielleicht noch ein Brötchen. Dann hole ich die Wäsche vom Vortag aus dem Trockenraum und setze vielleicht noch einmal eine Wäsche auf. Ich benötige ja immer genügend frische Wäsche für die Massage-Liege.

Wann kommen die ersten Patienten?
Einige kommen sehr früh, um 6.45 Uhr, also vor dem Beginn ihres Arbeitstages, andere später nach Feierabend.
Die spätesten Termine sind um 19.15 Uhr. Als Selbstständige bin ich flexibel und richte mich nach den Patienten.

Und Sie gehen früh ins Bett?
(lacht) Nein, leider sehr spät! Mir ist die Zeit zu schade, um früh ins Bett zu gehen!

Was machen Sie am Abend?
Es gibt so viele gute Fernsehsendungen! Ich liebe Informatives, Reportagen, den Kassensturz, Der Club, auch Aeschbacher und Radiosendungen, wie Echo der Zeit. Und ich bin Fan von der Nachtwach um Mitternacht. Das interessiert mich alles brennend. Das will ich auch nicht lesen, sondern ich muss es hören.

Warum sind Sie Physiotherapeutin geworden?
Eine gute Kollegin meinte einmal, ich sei umgänglich und geschickt mit meinen Händen, daher empfahl sie mir Physiotherapeutin zu werden. Das interessierte mich und weckte meine Neugierde. Heute führe ich sämtliche Physiotherapien durch, wie zum Beispiel Bindegewebsmassage, Triggerpunktbehandlungen und Maitlandtherapien. Eigentlich wollte ich ins Büro und Kauffrau werden, aber auch als Physiotherapeutin bin ich kaufmännisch gefordert.

Und wie verlief Ihre Ausbildung?
1979 ging ich nach Mainz in Deutschland um die Ausbildung zu beginnen. Es war wirklich sehr anstrengend, aber es lohnte sich. Vorgängig absolvierte ich mit drei Anderen ein einjähriges Praktikum im Waidspital Zürich. Da wurde geprüft, ob ich auswendig lernen, lateinische Begriffe behalten und die Muskelanordnung von Zeichnungen ableiten kann. Damals haben wir uns gegenseitig massiert und immer wieder abgefragt, welcher Muskel gerade dran ist und welche Inversion dieser hat. In Mainz lernten wir sehr viel über die Anatomie und Physiologie. Mit dieser Ausbildung wäre ich aber nur "medizinische Masseurin" gewesen. Die Abrechnung mit der Krankenkasse wäre unmöglich gewesen.

Damit wollten Sie sich nicht zufrieden geben?
Meine Berufskollegen und ich starteten eine Anfrage zur fachlichen Überprüfung als Physiotherapeuten. Nach längerem Hin und Her konnten wir schliesslich fachlich als Physiotherapeuten geprüft werden. Von 16 Personen wagten dies übrigens nur fünf! Vier Männer und ich.
Von der SBS erhielten wir damals Lernkassetten. Die Prüfung wurde 2002 im Kantonsspital Schaffhausen abgenommen. Sie war nicht sehr schwierig, aber das Lernen war aufwändig.
Unmittelbar nach der Prüfung wusste ich, dass ich bestanden hatte.

Wie viel sehen Sie heute noch?
Ich sehe mit dem rechten Auge noch etwas hell und dunkel. Und mit dem linken rund ein Prozent, vorwiegend Silhouetten. Gewiss profitierte ich davon, dass ich früher 20 Prozent Sehvermögen hatte. Das verringerte sich dann auf acht Prozent und heute ist es noch ein Prozent. Vor fünf Jahren hatte ich eine Operation, welche leider missglückte. Manchmal kann ich bei einer Zeitschrift den Titel entziffern; annabelle beispielsweise. Dies dauert allerdings einen Moment.
Viele Menschen sind sich gar nicht bewusst, dass ihr Augenlicht ein Geschenk ist. Bei mir ist es so, dass die Erinnerung quasi aus der Vergangenheit auftaucht. Eine Tulpe kann ich befühlen oder riechen - und das Bild erscheint innerlich. Vögel, Tiere oder ein Bach sind so in meiner Erinnerung gespeichert. Wenn ich Vogelgezwitscher, einen Frosch oder einen Bach höre, so tauchen die dazu gespeicherten Bilder wieder auf.

Wie reagieren die Patienten auf Ihre Blindheit?
Am häufigsten werde ich gefragt, ob ich kochen oder putzen kann. Das scheint die Hauptsorge zu sein. Dann werde ich gefragt, wie ich erkenne, ob die Produkte noch gut sind oder wie ich die Menge dosiere. Verdorbene Produkte rieche ich. Die Menge und die Frische der Produkte erkenne ich mit den Händen.
Als ich als Physiotherapeutin begann, gab es auch Patienten, die merkten in den ersten 5 Minuten, dass ich sehbehindert bin - und sind gegangen. Dabei hatte ich damals noch meine acht Prozent Sehstärke. Das Umgekehrte gibt es auch. Patienten die denken, ich erfasse alles, ohne sie anzufassen. Insgesamt sind es wenige Patienten, welche meine Sehbehinderung stört. Einen kleinen Vorteil hat die Sehbehinderung: Ich höre viel eher auf die Stimmlage, den Gang oder ein Seufzen.

Würden Sie diesen Beruf nochmals wählen?
Ja und ich würde den Beruf weiterempfehlen. Allerdings müsste der Lohn anders festgelegt werden und mit der Berufserfahrung steigen. Ideal ist der Beruf sicherlich für Teilzeitarbeitende, insbesondere Frauen mit Kindern.

Welche Hilfsmittel benutzen Sie?
Meinen Blindenstock und den Milestone (Anmerkung der Redaktion: Sprachnotiz- und Hörbuch- Abspielgerät). Und ich habe die Unterstützung von drei Teilzeitmitarbeitenden. Diese lesen mir die Korrespondenz vor und füllen die vorgedruckten Formulare aus. Da brauche ich Hilfe, früher konnte ich dies alles noch knapp sehen, aber heute... Ohne meine Mitarbeitenden ginge das heute nicht mehr.

Was freut Sie besonders?
Vieles! Wenn Patienten zum Beispiel schmerzfrei werden. Eine Person mit verspanntem Rücken kann gar kein richtiges Feedback auf die Therapie geben. Die Wut spürt man im Rücken, der bebt förmlich. Man sagt, die Wirbelsäule sei die Seelensäule. Diese Person spürt fast nichts - ausser Schmerzen. Da sehe ich mit der Hand die Blockaden. Einmal sagte ich zum Patienten: "Sie müssen mit ihrem Chef reden". Der Patient stutzte und erwähnte dann, dass ein Gespräch anstehe. Danach war das Rückenproblem behoben. Klar waren nicht der Stuhl oder der PC, sondern der Arbeitsstress und Druck für die Schmerzen verantwortlich.
Was mich auch freut, ist die Neugier der Patienten bei neuen Handgriffen, die ich in der Weiterbildung gelernt habe. Bei neuen Handgriffen muss alles ausgetestet werden. Welche Organe könnten betroffen sein? Und die Patienten müssen Feedback geben. Das ist richtige Detektivarbeit! Es ist sehr spannend zu erfahren, was welcher Griff bewirkt.

Was ärgert Sie im Leben als Blinde?
Nicht vollständig eigenständig sein zu können. Daher muss ich mich gut organisieren. Als Sehbehinderte muss ich achtsam sein, damit ich alles finde, was ich zuvor abgelegt habe. Oder damit ich mich an mir unbekannten Orten orientieren kann. Ich bin gerne unabhängig - ohne auf eine Begleitperson angewiesen zu sein. Das braucht etwas mehr Zeit.
Zudem habe ich den Eindruck, dass oft verallgemeinert wird im Sinne von "Ein Blinder kann das, euch Blinden macht das ja nichts". Das stimmt so aber nicht. Manchmal bin auch ich unzufrieden oder mürrisch. Wenn ich mich aber als Blinde komisch benehme oder im Beruf nicht gut bin, dann heisst es, alle Blinden sind so. Ich bin quasi in einer Vorbildfunktion für alle Blinden - so empfinde ich es und so reagiert auch mein Umfeld.

Haben Sie neben Ihrem Beruf noch Zeit für Hobbies?
Ja, ich bin in drei Wandergruppen, spaziere gerne, habe ein Tandem und kann mit drei Piloten fahren. Ich nehme seit 28 Jahren am Tandemlager teil.
Und ich liebe Schifffahrten, vor allem die Raddampfer mit ihren Maschinen faszinieren mich. Ich stehe stundenlang an der Reling, spüre das Schaufelrad, nehme den Geruch und das Blitzen der drehenden Schaufeln und stampfenden Maschinen wahr. Das alles zieht mich sehr an und beruhigt mich. Ich kann da auch rundherum laufen. Es lärmt, das Wasser gurgelt! Leider gibt es ja nur noch zwei Raddampfer auf dem Zürichsee... früher sah ich das noch. Leider realisierte ich zu spät, dass man auch in den Maschinenraum kann.
Alte Schiffe, alte Lokomotiven beeindrucken mich, da kann ich hinaufsteigen und intensiv erleben. Im Tandemlager stieg ich einmal auf eine alte Kanone. 30 Minuten lang blieb ich da sitzen! Natürlich riefen schon alle, ich solle herunterkommen. Das war ein unvergessliches Erlebnis - das Rohr, der Bolzen, die schmale Treppe, wunderbar!
Oder grossartig ist es auch, in der Tellskapelle die Glocken läuten zu lassen! In Avanches bin ich extra nochmals ins Amphitheater gerast - mit zwei Piloten! Huii, da kann ich mich jahrelang daran erfreuen! Letztes Jahr gab's ein spontanes Konzert in einer Beiz! Mit Klarinette, Handorgel und Gesang! Der Beizer war begeistert, die Getränke wurden offeriert, alle Gäste haben mitgesungen. Wirklich schön! Der Lebenspfeffer!

Danke, Andrea Küng für dieses sehr persönliche Interview. Christine Schenk

Bericht über den Triggerpunktkurs 2013

An diesem Wochenende blieb kein Wunsch mehr offen

Im Rahmen der Weiterbildungskurse 2013 hat unser engagierter Kursorganisator Bernhard Fasser ein in jeder Hinsicht exzellentes Wochenendseminar mit dem Thema die Triggerpunkttherapie organisiert. Es handelte sich um einen Auffrischungskurs unter der höchst kundigen Leitung von Frau Heidi Tanno aus Chur. Die feinsinnige Referentin hatte uns mit gutem pädagogischen Geschick die Griffe und auch Tests gezeigt. Dank ihrer klaren Anweisungen kamen wir im Programm zügig vorwärts.
Das Seminarhotel Waldstätterhof in Luzern war für uns alle eine positive Entdeckung. Das gesamte Personal war sehr hilfsbereit und entgegenkommend. Der Umgang mit uns Sehbehinderten hatte etwas Selbstverständliches an sich, so dass man versucht war zu denken, in diesem Hotel verkehren regelmässig sehbehinderte Gäste.
Lob der Küche:
Wir wurden wahrhaftig verwöhnt; Drei Menü standen jeweils zur Auswahl; Der kreative Küchenchef machte es uns mit der Entscheidung nicht leicht;-) denn alles war so "gluschtig". Wir alle hoffen, dass dieses Hotel als Kurshotel beibehalten bleibt.
In diesem Sinne, lieber Bernhard danke Dir für die erfreuliche Entdeckung und auf wiedersehen in der Zentralschweiz!

Michael P. Haessig

Bericht über den Jubiläumsausflug 2012

Am Wochenende 23./24. Juni 2012 begaben sich eine Gruppe von 20 Personen auf den Jubiläumsausflug von physioblind. Sie trafen sich am frühen Nachmittag am Bahnhof Luzern und spazierten den kurzen Weg zum Gletschergarten über die berühmte Kappelbrücke und durch die Altstadt von Luzern.
Mitten im überbauten Gebiet der mittelalterlichen Stadt gibt es in Luzern den Gletschergarten, gleichermassen ein Ort der Ruhe und ein Ort der Besinnung auf die Anfänge des Lebens. Eindrückliche Spuren der Eiszeiten, der Erdfaltung und des historischen Lebens im Umkreis von Luzern boten sich dem Betrachter und wo möglich auch dem blinden "Betaster". Die Führung war umfassend und sehr informativ. Im Gletschergarten gibt es eine eindrückliche Sammlung historischer und geologischer Fundstücke, aber auch erstaunliche Zeugnisse handwerklicher Kunststücke wie das Relief von Luzern und Umgebung und die bildliche Darstellung von Luzern während der Eiszeit.
Nach einem Apero auf dem Gelände des Gletschergartens ging es auf das Schiff mit Ziel Vitznau, wo im Hotel Flora Alpina übernachtet wurde. Das Nachtessen schmeckte sehr und die Gruppe genoss den schönen Sommerabend im terrassenförmig angeordneten Garten.
Am Sonntag ging es mit der Rigibahn auf die Rigi, wo die Möglichkeit bestand, verschiedene wege zu Fuss zurückzulegen, unter Anderem auch den höchsten Punkt zu ersteigen. Am Bahnhof Staffel gab es ein Mittagessen und danach ging es via Arth-Goldau wieder zurück nach Hause.
Diesmal gab es Gedankenaustausch ohne Kursverpflichtung, was alle sehr schätzten. Susanne Gasser hat den Anlass sehr gut organisiert und inklusive tollem Wetter ohne ungeplante Vorkommnisse abgewickelt. Dafür gebührt ihr grosse Anerkennung und lieben Dank.
Bernhard Fasser

Bericht zum Wochenendkurs "Spiraldynamik"

Am Samstagmorgen, 30. Oktober 2011 treffen sich acht blinde und sehbehinderte PhysiotherapeutInnen am Bahnhof Glarus zur Weiterreise an den Klöntalersee, wo wir im Hotel-Restaurant Rhodannenberg unsere Zimmer beziehen. Wir werden dort von unserer Kursleiterin, Frau Paula Engler sowie dem Hotel-Inhaber bereits erwartet und aufs freundlichste empfangen. Unterkunft und Verpflegung sind ausgezeichnet; allein schon die Glarner Spezialität „Ziger-Hööräli“ ist eine Reise an den Klöntalersee wert...(-: Ganz abgesehen natürlich von der atemberaubenden landschaftlichen Kulisse.

Nach dem Mittagessen beginnt der Kurs auf höchst angenehme Weise mit einem wohltuenden Fussbad und einigen einführenden Erläuterungen zur Spiraldynamik.
Wir erfahren, dass dieses Konzept vom Schweizer Arzt Dr. Christian Larsen entwickelt wurde und dass unser ganzer Körper mit allen Bewegungsabläufen nach dem Prinzip einer Schraubenspirale funktioniert. Zwei Pole, gegeneinander verdreht, ergeben eine optimale Stabilität, ohne dass die Mobilität der dazwischenliegenden Bewegungseinheit verloren geht. Das Prinzip beruht also auf der Spirale als natürlichem Strukturelement und der Dynamik als bewegender Kraft. Mit Hilfe von Wahrnehmungs- und Bewegungsübungen lehrt Paula uns einen bewussteren Umgang mit unseren oft getretenen und viel zu wenig beachteten Füssen.

Nach einem abschliessenden „spiraldynamischen“ Spaziergang am Sonntagmittag haben wohl alle von uns den genialen Dreh verinnerlicht – vor allem auch dank Paulas engagierter und liebevoller Begleitung.

Spiraldynamik macht neugierig auf mehr!

Schmerikon, im Januar 2012 Therese Reichert
Verein „physioblind"

«Magic hat mein Leben verändert»

Von Geburt an ist die Schmerknerin Therese Reichert blind. Mit dem ausgebildeten Blindenführhund «Magic» zur Seite ging für sie nicht nur ein Wunsch in Erfüllung, sie hat ein grosses Stück Lebensqualität gewonnen.
Von Renate Ammann

Volle Konzentration: Sicher führt Magic ihre Halterin Therese Reichert über den Zebrastreifen
Konzentriert steht Magic am Strassenrand vor dem Zebrastreifen. Einen der weit über 20 Befehle in italienischer Sprache, die Strasse dort zu überqueren, hat ihr Therese Reichert kurz zuvor gegeben. Mit ihrem weissen Blindenstock tastet sie die Bordsteinkante ab. Magic indes geht bis zur Mittelinsel, hält nochmals kurz an und beide zusammen passieren auch die zweite Strassenhälfte problemlos. Der Weg zur Post, der heute auf dem Programm steht, ist der vierjährigen, schwarzen Labradorhündin durchaus bekannt. Ohne sich von entgegenkommenden Menschen und Hunden auch nur im Geringsten ablenken zu lassen, bleibt sie direkt vor dem Briefkasten stehen. Kein Interesse schenkt sie auch der Verbotstafel für Hunde in der Poststelle, sie geniesst Sonderrechte, mit denen ihr überall Eintritt gewährt wird.

Keine Kontakte «im Dienst»
Die gleiche Ausnahme gilt auch für Lebensmittelgeschäfte und da taucht schon die erste Frage auf, ob Magic noch nie etwas Essbares gestohlen hat. Schliesslich sind Labradore als ziemlich verfressen bekannt. «Bis jetzt zum Glück noch nicht und das bleibt hoffentlich auch dabei», lacht Therese Reichert. Die Hündin begleite sie auch ins Restaurant und in Hotels, wo gute Düfte irritieren könnten. «In dem Moment, in dem ich Magic das Führgeschirr anziehe, fängt für sie die Arbeitszeit an, dann ist sie ausschliesslich für mich da, von allem Drumherum darf sie sich nicht ablenken lassen, auch nicht von verheissungsvollen Gerüchen.» In diesem Zusammenhang äussert sie eine grosse Bitte an ihre Mitmenschen, einerseits ohne, aber auch mit Hunden. «Wenn Magic im Führgeschirr unterwegs ist, sollte sie von anderen Leuten weder angesprochen noch angefasst und schon gar nicht mit einem Leckerli abgelenkt, sondern vollkommen ignoriert werden.» An Hundehalter richtet rufen und keine Kontaktaufnahme zu gestatten. «Jegliche Ablenkung von ihrer eigentlichen Aufgabe meines Hundes kann für mich zum Sicherheitsrisiko werden.»

Ausser Dienst
Den Unterschied zwischen «im Dienst» und Freizeit kennt Magic sehr wohl. Gleichgültig auf welchen Spazierwegen rund um Schmerikon, kaum zieht Therese Reichert ihr das Führgeschirr aus, benimmt sie sich wie jeder andere Familienhund auch. Neben schwimmen gehört ihre ganze Leidenschaft hölzernen Stecken, je grösser desto lieber. Dabei könne sie all ihrer angestauten Energie freien Lauf lassen und das sei ein Grund mehr, täglich ein paar Stunden «ausser Dienst» mit dem Hund unterwegs zu sein. Und wenn unter diesen Umständen andere Hunde mit Magic Kontakt aufnehmen würden, sei das überhaupt kein Problem. «Seit Magic vor rund eineinhalb Jahren zu mir kam, hat sich mein Leben völlig verändert.» Im Gegensatz zu vorher finde es jetzt wesentlich mehr draussen statt, bei Wind und Wetter und auf die vielen in der Zwischenzeit geknüpften Kontakte zu Hunde- und Nichthundehalter möchte sie keinesfalls mehr verzichten, so Reichert.

Augen an den Fingerspitzen
Die 53-Jährige ist von Geburt an sehbehindert, das heisst, sie hat noch einen Sehrest von ungefähr sechs bis sieben Prozent. «Das ist ein kleines Fenster, aber trotzdem ein grosser Unterschied zur totalen Blindheit», hält sie fest. Der Sehrest sei farben- und kontrastorientiert und an dieser Optik könne sie sich im Alltag sehr gut orientieren. Von der Ausnahme abgesehen, dass ihr eine Hilfe beim Putzen und Flicken zur Hand geht, bewältigt Therese Reichert ihren Haushalt mit Ehemann und zwei Teenagern alleine. «Ordnung im Haushalt ist für mich ein wichtiges Element», mit zwei Kindern sei das jedoch nicht immer realisierbar. «Ich suche vieles und manchmal muss ich warten, bis jemand kommt, der es sieht.» Sie habe Augen an den Fingerspitzen, behaupten Patienten, die sie als Physiotherapeutin in der kleinen Praxis im eigenen Haus behandelt. «Ich sehe aber auch mit den Ohren und nehme wahrscheinlich einige Dinge intensiver wahr wie Sehende, die sich beim Gespräch ins Gesicht schauen können.»

Unvergessliches Erlebnis
Ungefähr vor drei Jahren hat Therese Reichert bemerkt, dass sie im Winter fast keinen Schritt mehr vor die Haustüre wagte. Sie bekundete Mühe, auf den mit Schnee bedeckten und somit keinen Kontrast bildenden Wegen den Heimweg zu finden. Um dieser Unsicherheit entgegenzuwirken gab es zwei Varianten: entweder ein Mobilitätstraining mit dem Langstock oder einen Führhund. Die Entscheidung fiel zugunsten eines Hundes, zumal sie diesen Wunsch schon lange hegte. «Das geschieht aber auch nicht von heute auf morgen, dass man einen Führhund erhält», betont sie, denn zwischen der ersten Kontaktaufnahme zur Schweizerischen Schule für Blindenführhunde in Allschwil bis Magic erstmals eine Woche zur Probe eine Woche Ferien bei ihr verbracht habe, sei mehr als ein Jahr vergangen. «Es ist ein unvergessliches Erlebnis, täglich war ich mit dem Hunde an meiner Seite draussen», erinnert sie sich. Magic durfte zu diesem Zeitpunkt zwar das offizielle Führgeschirr noch nicht tragen, da sie die Prüfung noch nicht abgelegt hatte, «aber für mich stand fest, dieser Hund oder keinen, da spielte die Farbe und ob es sich um einen Rüden oder eine Hündin handelte, keine Rolle.» Die Instruktoren der Blindenhundeschule würden grosses Augenmerk darauf legen, dass der Sehbehinderte und der Hund vom Temperament her betrachtet perfekt harmonieren.

Lebenslänglich gut versorgt
Nach wie vor pflegt Therese Reichert einen losen Kontakt zur Blindenführhundeschule und ihrem Instruktor Martin Kurz. «Er ist ein grosser Sympathieträger und den alljährlich geplanten Besuch von ihm betrachte ich nicht als Kontrolle, sondern als Support.» Magic ist aber nicht nur ganz aus dem Häuschen, wenn sie «ihren» Martin wieder sieht, das Gleiche trifft auch auf Begegnungen mit ihrer Patin zu, bei der sie das erste Lebensjahr verbracht hat. «Ob ich Kontakt zu dieser Frau aufnehmen wollte, durfte ich entscheiden», die Neugierde habe sie zu diesem Schritt bewogen. In diesem Zusammenhang erwähnt Therese Reichert auch, dass die Hunde lebenslänglich im Besitz der Blindenführhundeschule bleiben würden, sie selbst sei nur Halterin. «Ob Magic nach ihrer Pensionierung bei mir bleibt oder ihren Lebensabend bei Leuten verbringt, die gerne einen Hund um sich haben, steht jetzt noch nicht fest», ein Blindenführhund sei jedenfalls von der ersten bis zur letzten Minute bestens versorgt.

Navigationsgerät zum Wandern
Noch aber denken Therese Reichert und ihre Magic nicht an das Ende ihrer engen Beziehung. Vielmehr geniessen sie, wie gerade kürzlich, einen Wochenendausflug ins Engadin zusammen mit einer Freundin. In guter Erinnerung geblieben ist ihr auch das Schneeschuhwochenende in der Nähe des Pilatus geblieben, das speziell für Sehbehinderte mit ihren Führhunden organisiert worden war. «Schmerikon finde ich zwar extrem schön, doch zwischendurch gehe ich gerne auswärts ein paar Kilometer wandern.» Und was ihr beim Wandern behilflich sein könnte, gibt es leider noch nicht auf dem Markt. «Auf den Hund, der lesen kann, wird man noch lange warten müssen», zeigt sie sich von ihrer humorvollen Seite, «es sollte aber möglich sein, ein Navigationsgerät für Wanderwege zu entwickeln, das mir auf ein paar Meter genau sagt, wo ich mich befinde», das sei nur eine Frage der Softwaer, fügt sie hinzu. Neben den vielen Hilfsmitteln, die Sehbehinderten heutzutage zur Verfügung stehen, wäre ein solches Gerät sicher nicht nur für sie dienlich.

Details zum Blindenführhund: http://www.blindenhundeschule.ch/

14.09.2011

Bericht des 2. Kurses "Anatomie am Präparat", diesmal zum Thema Gelenke, Bänder und Knorpel

Letzten Herbst hatten wir einen Kurs, "Anatomie am Präparat" zum Thema Muskeln, Sehnen und Nerven. Wir waren alle begeistert die Anatomie einmal richtig zu sehen und nicht nur von Beschreibungen und mit Hilfe eines künstlichen Skelettes uns vorstellen zu müssen. Viele falsche Vorstellungen wurden ausgeräumt, die Muskelformen, -volumen, -lage… Wie dick ist eine Sehne, ein Nerv? Oh wie zart oder robust doch ein Nerv sein kann!
Im Kurs am 7. Juni und 10. Juni kam vor allem das Skelett mit seinen Bändern, Knorpeln zum Tragen. Ich war völlig fasziniert von einem Knie mit Seiten-, Kreuz- und Intertransversalbändern, Das Verschieben der Menisken bei Flexion direkt beobachten zu können. Einen Fuss mit Halluxvalgus zu sehen, die Linien am Femur, die Knochenform – oh, warum sind die künstlichen Skelette so ungenau!
Ja, es wird einen weiteren Kurs geben, das nächste mal zum Hauptthema Organe.
Susanne Gasser

Bernhard Fasser
Auch heute haben sich die Tutoren grösste Mühe für uns gegeben. Sie zeigten uns sogar eine Rarität, die sie noch nie an einer Leiche entdeckt hatten: Der Musculus Obturatorius Externus war doppelt vorhanden. Es war sehr eindrücklich. Auch funktionell ist mir heute vieles klarer als zuvor. Ich bin gespannt, was ich in der nächsten Zeit alles bei meiner Arbeit finden kann.
Danke für die Organisation dieser beiden tollen Anlässe.

Bericht des Wochenkurses 2011 in der Solsana

Assistentenbericht

Physioblind – Kurs über Chiropraktik vom1.5.2011bis 5.5.2011 in der Solsana

Als ehemalige MPA von Dr. Roy Bösiger, Chiropraktor in Sargans durfte ich Roy an den Chiro –Kurs nach Saanen begleiten. Für mich war das alles „Neuland“. Bereits die Hinfahrt vom Sarganserland ins Berneroberland war ein Erlebnis. einfach wunderschöne Landschaften.
Der Kurs begann am 1. Mai mit dem gemeinsamen Nachtessen und gegenseitigen Kennen lernen. Am darauf folgenden Vormittag versammelten sich alle im Vortragsraum des Hotels Solsana. Dr. Roy Bösiger begann den Kurs mit Einspielungen berühmter Persönlichkeiten und er erklärte was Chiropraktik eigentlich ist. Anschliessend wurde anhand von Beispiel-Personen das Vorgehen besprochen und die Techniken von Chiropraktik gezeigt. Nach einigen Minuten Pause wurden in Zweier-Teams geübt, was Roy vorher erklärt hatte. Umsichtig und gefühlvoll führte Roy Bösiger die Physiotherapeuten in Technik von Chiropraktik ein.
Nach dem gemeinsamen Mittagessen und einigen Minuten Siesta wurde der Kurs am Nachmittag weitergeführt. In diesem Rahmen vergingen die darauf folgenden Kurstage wie im Fluge. Immer wieder wurden interessante Beispiele gefunden, welche die Physios und Roy miteinander analysierten und versuchten die Probleme (des Patienten) gemeinsam zu lösen. Zusätzlich zur Chiropraktik vermittelte Dr. Bösiger den Kursteilnehmern auch einiges über Kinesiologie. Die Kinesiologieausbildung hat Dr. Bösiger vor einigen Wochen erfolgreich abgeschlossen. Jeden Kurstag lies Roy mit seiner neu erlernten „Net-Work-Technik“ ausklingen. Während ca. einer halben Stunde behandelte er gleichzeitig 6 Kursteilnehmer. Für mich als Beobachter eine Art Entspannung.
Und bereits hiess es wieder Abschied nehmen vom Berneroberland. Nach Übergabe der Kursbestätigungen hiess es für Roy und mich uns auf die Heimreise zu machen. Denn bereits am 6.Mai morgens um 7.00h hiess es für Dr. Bösiger wieder für seine Patienten in der Chiropraxis da zu sein. Interessante und eindrückliche Tage sind für mich zu Ende gegangen.
Gerne würde ich Roy bei einem weiteren Kurs behilflich sein.
Margrith Spitz

Bericht des Wochenkurses 2010 in der Solsana

Referentenbericht

Vom 25. bis 29. Oktober 2010 lud Physioblind für einen einwöchigen Kurs zum Thema „Gleichgewicht – Schwindel – Muscle Balance“ im Hotel Solsana in Saanen ein. Speziell an diesem Kurs war, dass drei Referenten zu gegen waren; alle drei Experten in ihrem Bereich.
Am Sonntagabend reiste der Grossteil der 21 Kursteilnehmer mit dem ÖV an, alle voller Erwartungen auf die gemeinsame Woche. Beim Znacht ergab sich die Möglichkeit für einen ersten Kontakt zwischen Kursteilnehmern und Referenten. Am nächsten Morgen startete man nach einem ausgiebigen Frühstück wie immer pünktlich mit der ersten Lektion. Man fühlte bereits bei der Vorstellungsrunde, dass das Thema interessierte. Bereits wurden ganz konkrete Fragen zu eigenen Erfahrungen aus dem therapeutischen Alltag formuliert. Nun war es an der Zeit, ganz ins Thema einzutauchen. Die ersten zweieinhalb Tage gestaltete Dr. Jaap Swanenburg, Physiotherapeut am UniversitätsSpital Zürich, zu den Themen „Balance“, „Einfluss des Alters auf die Balance“, „Epidemiologie von Stürzen“, „Sturzprophylaxe“, „Dual Tasking“ und „Osteoporose“. Das Theoretische wurde mit viel Erfahrungsaustausch, praktischen Übungen und einer Prise holländischem Humor aufgelockert.
Inhalt in diesem Teil war unter anderem die Funktion der verschiedenen sensorischen Systeme sowie mögliche Beeinträchtigungen dieser Systeme durch altersbedingte degenerative Prozesse. Absolut spannend war es für uns Referenten zu sehen, wie Sehbehinderte trotz der fehlenden visuellen Information sehr geschickt ihr vestibuläres und propriozeptives System für eine optimale Balance beim Stehen und Gehen einsetzten und das von den anderen Kursteilnehmern schnell und genau analysieren konnten. Das erwartete Ungleichgewicht bei anspruchsvollen Balanceübungen stellte sich für uns überraschenderweise nicht akzentuierter als bei Sehenden dar. Auch die sehr differenzierte Ganganalyse nach Gehör beeindruckte uns stark.
Die nächsten zwei Halbtage waren dem Thema „vestibulärer Schwindel“ gewidmet. Unter der Leitung von Muriel Keller, Physiotherapeutin auf der ORL des UniversitätsSpitals Zürich, wurde ganz praktisch die Physiologie und Pathophysiologie des vestibulären Systems erklärt. Patientenbeispiele dienten als Ausgangslage für das Erarbeiten von physiotherapeutischen Untersuchungs- und Behandlungsstrategien. Auch hier fand ein reger Erfahrungsaustausch statt.
Im letzten Teil des Kurses ging es unter Leitung von Balz Winteler, Physio- und Manualtherapeut am UniversitätsSpital Zürich, um das Thema „Die Rolle des Nackens bei der Gleichgewichtsregulation“. In diesem Kursteil wurde unter anderem auf die Wichtigkeit der tiefen, gelenksnahen Muskelsysteme des oberen Nackens hingewiesen. Tests und Übungen zur Verbesserung der Propriozeption des Nackens wurden intensiv geübt.
Die Referentengruppe sah sich einer sehr motivierten und engagierten Gruppe von erfahrenen Physiotherapeuten gegenüber. Das Unterrichten machte deshalb grossen Spass. Auch das hervorragende Ambiente von Solsana und der gesellschaftliche Austausch; sei es beim Kegeln, gemeinsamen Musizieren oder spannenden Gesprächen an der Bar, trugen dazu bei, dass diese Woche bei uns allen noch lange in guter Erinnerung bleiben wird. Auf diesem Wege nochmals vielen Dank an alle für das Gelingen dieser Woche und insbesondere an Theo Gamper, der diesen Kurs mit seinem persönlichen Engagement erst möglich machte.

Für das Referententeam
Balz Winteler, Cheftherapeut, UniversitätsSpital Zürich

Bericht vom Kurs, Anatomie am Präparat, 05.11.10

Der gestrige Besuch in Basel war ein voller Erfolg. Auf eindrückliche Art und Weise durften wir 3 Präparate richtig und genau betasten. Die Erklärungen der Ärzte war sehr kompetent und einfühlsam! Ich hatte das Gefühl, dass alle zu tiefst beeindruckt und zum Teil über das ertastete überrascht waren. Ich war und bin sehr glücklich, dabei gewesen zu sein! Ein grosses Lob den Leuten in Basel und ein herzlichen Dank für die Organisation.

Fritz Bolliger

Bericht vom Stand an der Züspa 2010

Am 2. und 3. Oktober waren wir mit einem kleinen Stand an der Züspa als Aussteller vertreten. Unsere Ausstattung war mit Skelett, Liege, Sitzball, diversen Gleichgewichtsgeräten und zwei elektronischen Hilfsmitteln und einem Lehrbuch für Sporttherapie in Braille gut bestückt.
Wir zeigten einigen Besuchern, wie schwierig es ist ohne zu sehen das Gleichgewicht zu behalten, wie wir blinden und sehbehinderten Therapeuten instruieren und behandeln. Wir hatten einige Gespräche über Blindenschrift, Führhunde und andere Hilfsmittel.
Es waren zwei gute, auch anstrengende Tage an einer gut besuchten Messe. Leider konnten wir stark Sehbehinderten resp. Blinden nicht alle interessierten Personen ansprechen, da wir teilweise einfach nicht bemerkten, dass jemand schaut oder liest.

Susanne Gasser

Kursbericht, Easy-Taping vom 26. und 27.06.2010

Am Samstag den 26.06. trafen wir uns schon gut gelaunt zu einer zum Glück noch christlichen Zeit, nämlich um 10.00 Uhr am Kiosk beim Bahnhof Tiefenbrunnen mit unserem Kursleiter Marco Schuurmans Stekhoven.
Gemeinsam gingen wir dann die gut 100 Meter zur Mühle, wo uns ein praktisch eingerichteter Kursraum weiter positiv stimmte. Erstens war der Raum übersichtlich und zweitens fehlte nichts: Pro 2ergruppe gab es einen Tisch, an dem wir uns für die Theorie ausbreiten konnten und einen weiteren Tisch, um daran praktisch zu üben. Ausserdem gab es für jeden eine Schere, einen Abfalleimer und genügend Tape-Material. Ich schätze das sehr, weil man dann keine Zeit mit Suchen versäumen muss.
Des Weiteren, nicht ganz unwichtig, gab es eine Kaffeemaschine, Mineralwasser, Gipfeli und Früchte, womit wir uns jederzeit bedienen konnten. Die Kaffeemaschine war sogar das erste, das uns Marco zeigte. Als wir dann wussten wie sie funktionierte, stand dem Kursbeginn nichts mehr im Wege.

Kurz und präzise führte uns Marco in die Theorie des Easy-Tapings ein. Danach ging's sofort ans Praktische und beim wieder Abreissen der Streifen manchmal sogar ans Lebendige. Aber nun zuerst zum Praktischen:
Motiviert und genau zeigte uns Marco zuerst die Prinzipien des Testens, die aktiven Tests und dannn die Richtungsmöglichkeiten der Hautverschiebung oder z.B. der Verschiebung der Scapula. Der Patient entscheidet jeweils die Tape-Richtung mit, indem er bestimmt in welche Richtung der Test, sei es eine Bewegung oder ein Kraft-Test, besser geht. In die entsprechende Richtung wird dann das Tape angelegt. Wie kompliziert so ein Tape ist, hängt davon ab, wie man am meisten aus dem Test herausholen kann, bzw. die Beweglichkeit oder Kraft des Patienten am besten verbessern kann. Tapes können aber auch zur Schmerzreduktion eingesetzt werden. Nachdem sich also die 16 Hände, es sah wirklich noch lustig aus, von Marco und dem jeweiligen Modell zurückgezogen haben, machten wir uns ans Werk.
Die ersten Tapes gelangen unterschiedlich gut. Mir machte zuerst mein Defizit mit dem rund Schneiden zu schaffen, das ich noch vom Kindergarten her habe. Ich war halt nie kreativ genug selber zu basteln und die Sehenden sagten immer, dass ich das nicht könne. Aber das ist Vergangenheit. Mit Marcos Tricks schneide ich heute wie ein Weltmeister, zumindest wenn es die Qualität der Schere zulässt.
So Tapten wir mehr oder weniger den ganzen Bewegungsapparat in den 2 Tagen, ein Gelenk nach dem anderen und es lief immer besser!
Einige der letzten und schwierigeren Tapes zeigte uns Marco sogar mit geschlossenen Augen. "Man kann das sehr gut blind machen." Gesagt haben das ja schon viele, aber es lässt sich nicht jeder gerne darauf ein. Das war wirklich super und er hatte recht, die Tapes waren schön und spannten richtig. Gratulation!

Am Schluss des Kurses war mir auf jeden Fall klar, dass Taping, gerade Easytaping aber sicher auch andere Taping-Arten, von Blinden ganz gut gelernt und angewendet werden können. In meiner Ausbildung wurde oft das Gegenteil behauptet. Dadurch hatte ich grosse Vorurteile. Zum Glück habe ich diesen Kurs trotzdem oder erst recht deshalb besucht.
Marco hat mich und hoffentlich auch viele andere von einer guten neuen Behandlungsmethode überzeugt, die ich schon jetzt sehr häufig in meinen Arbeitsalltag integriere. Dafür möchte ich mich im Namen des ganzen Kurses bei Marco ganz herzlich bedanken!
Ausserdem möchte ich auch Susanne Gasser für die Organisation dieses Kurses herzlich danken, auch das war natürlich spitze! Zum Schluss wünsche ich allen Teilnehmern dieses Kurses viele Patienten, die sie erfolgreich tapen können!

Entlebuch, 06.07.2010
Barbara Rubin

Kursausschreibung, Easytaping 2 Tageskurs für Sehbehinderte Physiotherapeuten

Easytaping ist eine neue funktionelle Taping Methode. Wobei die direkte Funktionsverbesserung durch das Taping im Vordergrund steht. Mit Hilfe von Hautverschiebe Tests wird die Tape Richtung und Taping Technik ermittelt und die Wirksamkeit mit Funktionstests eruiert.

Der Easytaping Basiskurs für Sehbehinderte Physiotherapeuten umfasst eine theoretische Einführung, Demonstration der Easytaping Techniken und viele Applikationen an Fuss, Knie, Hüfte, Rücken, Nacken, Schulter und Ellenbogen.

Die Techniken sind gut nachvollziehbar, die Instruktionen und Demonstrationen werden auf die Sehbehinderung angepasst.
Das Kursskript wird als Text-Version auf CD zum Kurs geliefert. Und kann vom Computer ausgelesen werden.

Datum: 26.06. und 27.06.2010

Zum Instruktor
Marco Schuurmans Stekhoven, Physiotherapeut und Easytaping Master Instrukteur, First Kinesiotaping Instrukteur in der Schweiz

An die Ausserordentliche Generalversammlung der IMTT

Im Namen von Physioblind begrüsse ich die Teilnehmer der ausserordentlichen GV.
Leider kann ich als Kursorganisator von Physioblind an dieser Veranstaltung nicht teilnehmen. So möchte ich Beat auf schriftlichen Wege ein grosses, herzliches Dankeschön zukommen lassen, dass wir in der damals genannten" Kommission für Sehbehinderte und blinde Physiotherapeuten" die Möglichkeit bekommen haben, seine Kurse zu besuchen.

Wer sind wir "Physioblind"? Die Frage stellte sich z. B. am Wochenende vom 3.10./ 4.10.09 am Workshop "Klettern und Triggern", als eine Teilnehmerin meinte, ich wusste gar nicht, dass es blinde Physios gibt! Es ist uns deshalb ein Anliegen, wieder einmal darauf aufmerksam zu machen, dass es uns gibt.
Beat Dejung hat uns vor 14 Jahren das "Triggern" beigebracht. Er tat das auf eine bestimmte aber lockere Weise, die uns zu gute kam, unter dem Motto: "Suech- drück- und du merksch was passiert". So lernten wir Triggern nach Gefühl und eigener Erfahrung. Beat hat uns den ersten Triggerkurs 1995 gegeben und uns auf den Geschmack gebracht, dass es eine Therapieform ist , die uns Sehbehinderten und Blinden liegt. Im weiteren Verlauf der Ausbildung hat uns dann Christian Gröbli begleitet.
Es gingen unter dieser Obhut 8 Diplomierte Triggertherapeuten-innen hervor, später 4 DryNeedling-Therapeuten. Im Laufe der Zeit haben wir unter der kompetenten Leitung von Heidi Tanno noch weitere Kurse durchgeführt.
Leider mussten wir auch die unschönen Zeiten erleben. Physioblind fühlte sich jedoch immer der IMTT zugehörig und organisierte sich auch weiterhin über IMTT-dies nicht zuletzt wegen des Engagements von Beat für unsere Anliegen.

Ich wünsche im Namen von Physioblind Beat Dejung alles Gute für seinen wohlverdienten Ruhestand.

Der IMTT und dem ganzen Vorstand wünschen wir weiterhin viel Power und Erfolg.

Viele Grüsse, für den Verein Physioblind, Theo Gamper,

Wochenendkurs "therapeutisches Klettern" in Bad Ragaz

Das Wochenende vom 3. und 4. Oktober 2009 verbrachten wir bei schönstem Wetter mit dem Thema des "therapeutischen Kletterns". Es war nicht Eiger Nordwand und auch nicht Wand der Sila, sondern eine Sprossenwand oder eben die Kletterwand in der Therapie. Die Übungen sind einfach und erstaunlich in ihrer Wirkung. Es können gezielt Muskelgruppen stimuliert und Wirbelsäulen-Fehlstellungen effizient korrigiert werden. Eine Verstärkung der Übungen kann dadurch erreicht werden, indem die Sprossenwand oder die Kletterwand überhängend geneigt wird. Anhand von Videoaufnahmen beeindruckte die motivierende Wirkung der Kletterwand auf einen spastisch gelähmten Buben, der eben nicht in die Therapie, sondern ins Klettern geht, was in der Wahrnehmung eines behinderten Kindes wirklich nicht das Gleiche ist. Für die spastisch gelähmten Patientinnen und Patienten bietet die Kletterwand eine Abwechslung in der Therapie und eine deutlich motivierende Herausforderung. Dabei kann tonisiert und wenn man die Rotation mit in die Behandlung einbezieht auch detonisiert werden.
Die Kletterwand bietet tatsächlich eine Alternative im Gymnastikangebot der modernen Physiotherapie. Der Vorteil ist die deutliche Motivationssteigerung gegenüber der alt hergebrachten Sprossenwand. Die Kosten von ca. Fr. 2'500.00 für eine Kletterwand sind im Vergleich mit einem Trainingsgerät bescheiden. Die Sprossenwand ist dagegen günstiger und vielseitiger.
Für uns blinde Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten ist es wichtig, dass wir auch Therapiemöglichkeiten ausserhalb unseres Arbeitsalltages kennen lernen. Es tut gut, einmal über seine eigenen Grenzen hinaus zu gehen.
Am Rande bekamen wir noch etwas vom Skulpturenpark in Bad Ragaz mit und wer wollte hatte die Möglichkeit, das neue Thermalbad zu geniessen. Das Abendprogramm mit Torkel in der Bündner Herrschaft war genussvoll und weinlaut, was uns überarbeitetem Therapeutenvolk sehr gut bekommen ist. Der stündige Hin- und der ebenso lange Rückweg war Therapie für uns und unsere "gefüllten" Seelen.
Den Organisatoren Angelika Soler und Theo Gamper sei an dieser Stelle herzlich gedankt, ebenso den Kursverantwortlichen Heidi Tannò und Dirk Scharler.
Beni Fasser

SOLSANA – KURS 2009

“Trainings-Methode nach Pilates"

Unser bereits traditionell gewordener Weiterbildungskurs fand auch dieses Jahr wiederum im Hotel Solsana oberhalb des schönen Simmentaler Dorfes Saanen statt. Die Woche vom 24. – 29. August brachte uns nebst gewohnt guter Küche und freundlicher Atmosphäre viel Sonnenschein mit teils hochsommerlich heissen Temperaturen.

Pilatesübung in Rückenlage Zwei echte „Sonnenscheine“ waren auch unsere beiden Kursleiterinnen Karolina Schmid und Jeannine Schläppi. Mit einem gelungenen Mix aus kanadischem Humor und Berner Oberländer Charme haben die beiden es vorzüglich verstanden, uns das Konzept von Joseph Pilates nahe zu bringen. „Pilates“ ist schon seit einigen Jahren in aller Munde; und jetzt wissen wir auch warum: Bei dieser Trainingsmethode steht für einmal nicht die Zurschaustellung von möglichst grossen Muskelpaketen im Vordergrund, sondern die Erlangung einer stabilen, ausgewogenen Körpermitte. Durch das gezielte Training der kleinen, oft viel zu schwachen Muskeln nahe der Wirbelsäule können erstaunliche Effekte erzielt werden: Verbesserung von Haltung, Ausdauerleistung, Koordination und Körperwahrnehmung, um nur einige zu nennen – und, last but not least, kann den „Reservereifen“ und anderen unliebsamen Fettpölsterchen effizient zu Leibe gerückt werden.

Pilatesübung im Sitz mit Ring Karolina und Jeannine, Ihr habt uns allen und damit auch vielen unserer PatientInnen etwas wirklich Gutes getan! Nochmals ganz herzlichen Dank!

Schmerikon, 9. September 2009
Therese Reichert
Verein „physioblind“

Kursausschreibung Wochenkurs Solsana 2009

Mat class Basic nach J.H. Pilates Diplomlehrgang

Einwöchiger Lehrgang speziell konzipiert für 20 blinde Physiotherapeuten

Ausbildungsinhalte/Ziel
Dieser Lehrgang bildet den Grundstein für Ausbildungen nach der Pilates Methde Methodik und Choreographie einer Lektion, Technikschulung, effizienter Einsatz von Rings & Rollers, Mat Class nach J. H. Pilates. Übungen in Musterlektionen, Körperwahrnehmungsübungen, praktisches Unterrichten mit Feedback, Tipps und Tricks für funktionelles Pilates Training und Unterricht mit speziellen Teilnehmern wie Schwangeren oder Senioren.
Am letzten Tag wird eine praktische sowie theoretische Prüfung durchgeführt. Es wird je nach Erfolg eine Teilnahmebestätigung oder ein Diplom überreicht.

Hauptreferentin
Karolina Schmid Pilates Instruktorin, Ausbildnerin

Datum Montag 24.08. - Fr 28.08.2009

Fachmodul 1 + 2: 5 Tages Schulung

Ort Kurs- und Ferienzentrum Hotel Solsana, 3792 Saanen


Tag der Physiotherapie zum Thema Schmerz

Das Schmerz nicht einfach Schmerz ist sondern vielmehr eine Wundertüte mit vielen Ueberraschungen erlebte ich am Tag der Physiotherapie in der Physiotherapie Glarus am 15.09.08.

"Gwundrig"

Nachdem ich im Fridolin vom 6. September den Artikel zum "Tag der Physiotherapie" gelesen hatte, meldete ich mich zum Vortrag "Schmerz - die alltägliche Herausforderung" von Fritz Bolliger an. Da ich schon viele Jahre an chronischen Schmerzen leide und mich mit diese Problematik auseinander setze, war ich "gwundrig" was ich da neues erfahren kann.

Herzlicher Empfang

Mit feinem Kaffee und selbstgemachtem Kuchen wurde ich durch das Team von www.physioglarus.ch am vergangenen Samstag, 15. September, im Glärnischzentrum herzlich empfangen. Ca 20 Personen haben sich zum Vortrag in der Praxis eingefunden.

Werkzeuge gegen Schmerz

In den 75 spannenden Minuten stellten wir uns die Frage: Was ist eigentlich Schmerz, wie entsteht er. Wir beleuchteten Aspekte aus der Sicht des Physiotherapeuten und Betroffenen. Zum Schluss zeigte uns Herr Bolliger diverse Möglichkeiten und Werkzeuge, welche die Physiotherapie den Betroffenen im Umgang mit ihrem Schmerz zur Verfügung stellen kann. Ich war begeistert, wie uns der blinde Physiotherapeut sicher durch das umfangreiche Thema führte. Ich erlebte wie viele Mitmenschen zwar ihren eigenen individuellen Schmerz ertragen müssen, aber viele der Verhaltensmuster sich gleich zeigen. Auch die Probleme im Umgang mit dem Schmerz sind oft sehr ähnlich. Ich fühle mich bestätigt, dass chronische Schmerzen auf allen Ebenen, Schritt für Schritt behandelt werden müssen. Dabei spielen meine Mitarbeit, meine kraft und meine Motivation eine wichtige Rolle. Daher bin ich überzeugt, dass ich zu meinem erfolgreichen Umgang mit meinen Schmerzen auch diesen Aspekten grosse aufmerksamkeit schenken will und ich mich entsprechend einrichten muss.

Schnupperkurse gaben Einblicke in systematisches Körpertraining zur Kräftigung der Muskulatur und Schmerzmilderung

Nach dem Vortrag besuchte ich mit einigen Leuten die Schnupperkurse in Pilates und Spiraldynamik. Andere liessen sich in einer Einzelsitzung durch die Dipl. Physiotherapeuten beraten oder behandeln. Für manche war der Vortrag recht anstrengend, so dass sie lieber ihre Ruhe im Freien suchten. Mich haben die gut vorbereiteten Schnupperkurse überzeugt und ich werde mich bestimmt für eine der beiden Gruppen "Pilates" oder "Spiraldynamik" welche ab Ende Oktober starten anmelden.

H.P. I., Netstal


Das grosse Jubiläum am Tag der Physiotherapie

Die Physiotherapie Glarus AG bringt zwei Anlässe unter einen Hut
den nationalen Tag der Physiotherapie zum Thema Schmerz und das 20-jährige Bestehen der Praxis.
Mit einem Vortrag, Schnupperlektionen und Behandlungen.
Von Irène Hunold Straub. Glarus.

Als der erblindete Bernhard Fasser vor 20 Jahren seine Physiotherapie-Praxis in Glarus eröffnete, mochte wohl mancher staunen. Er hatte Erfolg. Zwei Jahre später stiess Fritz Bolliger hinzu, welcher seit Geburt nichts sieht. Dafür ist das Gespür für die Patienten umso besser ausgebildet.
Vor eineinhalb Jahren hat Fritz Bolliger die Physiotherapie Glarus AG im Glärnischzentrum übernommen, und Bernhard Fasser führt seither die Physiotherapie Insel, wo er vor allem chronisch Kranke in einer ruhigen Atmosphäre behandelt.

«8500 Patienten behandelt .»
"Fritz Bolliger war massgebend am Ausbau der Praxis beteiligt", sagt heute Bernhard Fasser. Und er rechnet aus, dass in all den Jahren rund 8500 Patienten behandelt worden seien. "Jeder vierte Glarner war demnach mal bei uns in Behandlung." Seit je umfasst die Praxis 250 Stellenprozente, welche im Moment auf fünf Personen verteilt sind.

«Der Schmerz als Thema .» Das Jubiläum soll gefeiert werden.
Gleichzeitig soll aber auch der Tag der Physiotherapie begangen werden. "Dieser wäre offiziell am 8. September, aber es finden schweizweit während den ersten beiden September-Wochen Aktivitäten statt. So haben wir den 15. September für unsere beiden Anlässe gewählt", erklärt Fritz Bolliger. Er macht als einzige Praxis im Glarnerland mit.
Schon 2005 sei ein solcher Tag durchgeführt worden. Damals machte die Physiotherapie Glarus AG nicht mit, denn es ging um Sturzprophylaxe - ein Thema, wo die Sehbehinderten nicht viel beitragen konnten. Jetzt jedoch, beim Thema Schmerz, wird Fritz Bolliger einen Vortrag im grossen Therapieraum im hinteren Teil der Praxis halten.
Der Titel heisst "Schmerz, die alltägliche Herausforderung".
"Die Zuhörer sollen sehen, wie man mit dem Schmerz umgehen kann, sie sollen profitieren können", sagt Fritz Bolliger.
Bei den zwei Schnupperlektionen, die angeboten werden, geht es in erster Linie um Prophylaxe
Zum einen wird Franziska Weber eine Pilates-Lektion anbieten. Franziska Weber gehört zum Team der Physiotherapie Glarus AG. Zum anderen wird die Bewegungspädagogin Paula Engler eine Lektion in Spiraldynamik gestalten.
Fritz Bolliger könnte sich vorstellen, dass sich daraus später mal eine Zusammenarbeit ergeben könnte.
Vortrag und Schnupperlektionen sind gratis.
Zum Jubiläum wird Bolliger ausserdem zum Jubiläumspreis von 20 Franken eine individuelle Untersuchung, Beratung und Behandlung von Schmerzen am Bewegungsapparat sowie von Kopfschmerzen anbieten.


Narbenbehandlung nach David Boeger

Die Sehbehinderten mit dem Gespür in den Händen
DIE SÜDOSTSCHWEIZ | SAMSTAG, 13. SEPTEMBER 2008

Arbeit mit Sehbehinderten: Kursleiter David Boeger bringt den Kursteilnehmern die von ihm entwickelte manuelle Narbentheorie näher. Blinde und sehbehinderte Physiotherapeuten aus der ganzen Schweiz absolvieren in Glarus einen zweieinhalbtägigen Kurs zum Thema Narbenbehandlung. Die Weiterbildung haben Bernhard Fasser und Fritz Bolliger organisiert.
Von Irène Hunold Straub

Glarus. – Für den Kursleiter David Boeger ist es das erste Mal, dass er mit blinden Berufskollegen eine Weiterbildung durchführt. Er hat am Abend zuvor im Hotel «Glarnerhof» einen Vortrag für die Öffentlichkeit gehalten und die zahlreichen Fragen der Interessierten beantwortet. Das war für ihn ein Vortrag wie viele andere auch. Für den Kurs, der seit gestern in Glarus stattfindet, musste er sich jedoch etwas umstellen. So arbeitet er während der zweieinhalbtägigen Fortbildung statt mit Bildern mehr praxisbezogen. Was er über die manuelle Narbentherapie vorträgt, tut er völlig frei. Die Sehbehinderten werden später noch ein Skript zugeschickt bekommen. Einige nehmen das Gesagte auf einen Tonträger auf, andere greifen in dieTasten eines Mini-Laptops.

Erstmals in Glarus
Alle kennen einander bereits von früheren Kursen her. Das ist schon bei der herzlichen Begrüssung offenkundig geworden. Für gewöhnlich werden dieWeiterbildungen der sehbehinderten Physiotherapeuten im Saanenland abgehalten: in einem Hotel, das Blinden, Sehbehinderten und allen übrigen Gästen offensteht.
Bernhard Fasser und Fritz Bolliger, die beide als Blinde ihre eigene Physiotherapie- Praxis in Glarus führen, haben beim Verein Physioblind angeregt, dieses Mal einen Kurs im Glarnerland durchzuführen. «Es geht jeweils nicht nur um Wissenswertes, sondern auch um die Motivation für unseren Beruf», weiss Fritz Bolliger. Die Organisatoren haben sogar dafür gesorgt, dass während der Kurszeiten die drei Blindenführhunde von einzelnen Personen in Obhut genommen werden.
Schon vor Beginn des Kurses ist David Boeger zuversichtlich, dass die Sehbehinderten einen besonderen Zugang zum Thema haben. «Es geht hier ja sowieso viel ums Fühlen», sagt er, denn es handle sich um das Bindegewebe und um Spannungsunterschiede im Gewebe. Ausserdem stehen ihm zwei sehende Physiotherapeuten zur Seite. Und so geht es denn im «Stadthof», dem Kurslokal, fröhlich und gleichzeitig ernsthaft zu und her.

Narbentherapie ist schmerzhaft
Während der Einführung erklärt der Referent die von ihm entwickelte Technik zum Diagnostizieren und Lösen sämtlicher Narben. «Nicht nur von Operationsnarben; auch jede entzündung hinterlässt Narben, ja jeder blaue Fleck», informiert er. Und während in der herkömmlichen Narbentherapie die Narbe selbst im Zentrum stehe, beziehe die manuelle Narbentherapie das gesamte Bindegewebssystem in in die Therapie ein.
Daraufhin wechseln die Teilnehmenden zu den insgesamt neun Massageliegen. Sie therapieren sich gegenseitig. «Da spürt man auch als Therapeut, wie sich dieseTherapie anfühlt », so der Kursleiter. Sie lernen dank ihrer Erfahrung in ihrem Beruf schnell, wieVerklebungen undVernarbungen zu erkennen sind.
Boeger stellt seine Therapieform als eine wirksame Erweiterung der bisherigen physiotherapeutischenTechniken dar.
Die Teilnehmer machen die Erfahrung, dass diese Narbentherapie schmerzhaft ist – dann nämlich, wenn die zu verklebenden Schichten, die nicht zusammengehören, gelöst werden. Dann gibt es einen hellen, scharfen, spitzen Schmerz. Sie erfahren auch, dass die wenigsten Patienten wegen Narben in die Praxis kommen, sehr oft jedoch wegen Folgeproblemen. «Die meisten Befunderhebungen beginnen bei mir bei den Füssen», so Boeger. Denn die Füsse seien so wichtig wie das Fundament eines Hauses.
Schon bald wissen die Sehbehinderten, über welche Testpunkte sie herausfinden können, welche Probleme woher verursacht werden.


Bericht des Wochenkurses 2008

Seit vielen Jahren, also fast schon traditionell, treffen sich blinde und sehbehinderte Physiotherapeuten zur gemeinsamen Weiterbildung im Hotel Solsana oberhalb des Dorfes Saanen im Berner Oberland.

Thema des diesjährigen Kurses, der vom 23.- 27. Juni stattfand, war „Propriozeptives Ueben und post-operative Frührehabilitation.

Es war in vielerlei Hinsicht ein schöner und interessanter Kurs. Unsere erfahrenen Instruktoren Hannu Luomajoki und Irene Wicki haben es wie schon bei früheren Einsätzen glänzend verstanden, mit angenehm kurzen Theorieblocks und praxisorientiertem Arbeiten Lebendigkeit und Abwechslung in diese Woche zu bringen. Beeindruckend, wie es für sehende Kollegen möglich ist, ohne technische Hilfsmittel wie Beamer etc. für uns Blinde absolut nachvollziehbar zu unterrichten!
So konnte vertrautes, aber vielleicht vergessenes Wissen aufgefrischt, aber durchaus auch Neues hinzugelernt werden. Eine kleine Bergwanderung am Mittwochnachmittag, wo wir die Aufgabe bekamen, im Schweisse unseres Angesichts thema-orientierte „Rätsel“ zu lösen, war ein absolutes Highlight! Nochmals „herzlichen Dank“ an Euch, Irene und Hannu! Unser Alltag mit den Patienten hat einen echten Motivationsschub erhalten

Die Tatsache, dass sich immer wieder die „üblichen Verdächtigen“ in der Solsana treffen, macht diesen Kurs Jahr für Jahr zu einer Art Familienzusammenkunft, kennen sich doch einige von uns schon seit mehr als zwanzig Jahren! Da gibt es natürlich vieles zu bereden, auszutauschen und, vor allen Dingen, zu lachen.
Last but not least sollen ja auch die äusseren Bedingungen passen: Gut gefüttert und getränkt und mit herrlichem Sommerwetter verwöhnt, werden wir den Physiokurs 2008 in allerbester Erinnerung behalten.

Schmerikon, im Juli 2008,
Therese Reichert


Kursausschreibung Wochenkurs Solsana 2007

Myofasziale Triggerpunkt-Therapie

Modul 2 (Muskulatur von Kopf und Extremitäten, Entreipments)
17. September 2007 - 21. September 2007

Zielgruppe: Der Kurs richtet sich in erster Linie an sehbehinderte Physiotherapeuten.

Inhalte: Extremitätenmuskeln, Kopf-, Gesichts- und Kaumuskeln, Entrapments, Kopfschmerz, Schleudertrauma, Kieferschmerzen, „thoracic outlet syndrorrT, Epikondylopathie, Karpa|tunnelsyndrom, Supinatorsyndrom, Pronatorsyndrom, Handgelenk- und Fingerschmerz, Piriformissyndrom, Trochanterschmerz, Begleitschmerz bei Arthrose, Leistenschmerz, Knieschmerz, Tarsaltunnelsyndrom, Achillodynie

Ziele: Die Teilnehmenden vertiefen ihr Verständnis über myofaszial verursachte Schmerzen und Funktionsstörungen und setzen sich mit komplexen myofaszialen Schmerzsyndromen auseinander (Clinical Reasoning). Sie verfeinern und differenzieren die manuellen Behandlungstechniken im Bereich der Kopf- und Extremitätenmuskulatur.

Dauer: 5 Tage

Voraussetzung: Modul 1 oder TP1 mit Anschlusstag

Leitung: Christian Gröbli, PT, Instruktor IMTT®, David G. Simons Academy
Abigail Bernath, PT, Triggerpunkt-Therapeutin IMTT®

Myofasziale Triggerpunkt-Therapie Refresher Tage

21. September 2007 / 22. September 2007

Zielgruppe: Die Kurse richten sich in erster Linie an sehbehinderte Physiotherapeuten, welche die Prüfung zum Triggerpunkt-Therapeuten, IMTT® absolviert haben.

Inhalte: Repetition der „highlights” aus den Kurses TPI, TP2 und TP3.

Ziele: Auffrischung und Vertiefung der theoretischen und praktischen Kenntnisse der myofaszialen TriggerpunktTherapie.
Der Kurs dient der Revalidierung des Zertifikates, Triggerpunkt-Therapeut, IMTT®"

Leitung: Ricky Weissmann, PT, Instruktor IMTT®, David G. Simons Academy
Abigail Bernath, PT, Triggerpunkt-Therapeutin IMTT®, Instruktorin David G. Simons Academy

Bericht über die Generalversammlung von Physioblind vom 24. März 2007 in Zürich

Am Samstag, 24. März 2007, führte der Verein "Physioblind", die Nachfolgeorganisation der inzwischen aufgelösten "Kommission sehbehinderter Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten" des "Schweizer Physiotherapie Verbandes", seine zweite Generalversammlung durch. In "Physioblind" sind neu 28 sehbehinderte und blinde Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten und ein blinder Chiropraktor organisiert. Nebst den statutarischen Geschäften beschloss "Physioblind" sein neues Leitbild und die Fort- und Weiterbildungsaktivität der nächsten beiden Jahre. Eine Webside www.physioblind.ch ist am Entstehen und an der Zielsetzung, blinde und sehbehinderte Interessenten in der Schweiz zu Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten auszubilden, wird mit aller Kraft festgehalten.

Dr. Roy Bösiger, der blinde Chiropraktor
Roy Bösiger hat sich vergeblich, trotz guter Qualifikation, in der Schweiz bemüht, eine Ausbildung zum dipl. Physiotherapeuten zu absolvieren. Seiner Blindheit wegen wurde er zu keiner Ausbildung in der Schweiz zugelassen. Nun hat er es eben anders geschafft. Er studierte in Bern Biologie und danach in Los Ancheles Chiropraktik. Heute ist er mit allen Zulassungen in der Schweiz Chiropraktor und, wenn alles klappt, wird er noch dieses Jahr Verordnungen für Physiotherapie ausstellen. "Physioblind" freut sich sehr, mit Dr. Roy Bösiger, einen Chiropraktor in seinen Reihen zu haben, mit ihm die Fort- und Weiterbildung zu bestreiten und Erfahrungen auszutauschen.

Bernhard Fasser


Der blinde Chiropraktor zu Besuch in Glarus

Am Samstag, 24. Februar 2007, trafen sich 15 blinde und sehbehinderte Physiotherapeuten zum Erfahrungsaustausch mit dem ebenfalls blinden Chiropraktor Roy Bösiger aus Sargans.

Roy Bösiger, 30, studierte in Bern Biologie und danach Chiropraktik in Los Angeles. Nachdem er seine Ausbildung in Amerika abgeschlossen hatte, stellte er sich nach einer zweijährigen Assistenzzeit in Chur den schweizerischen Prüfungsinstanzen und ist nun anerkannter Chiropraktor in Sargans.
Eigentlich wollte er Physiotherapeut werden, weil er, wie seine Torballkollegen Fritz Bolliger und Ruedi Schefer, einen Beruf ausüben wollte, in dem er sich als Blinder einbringen und Anerkennung erlangen konnte. Die einzige damalige Ausbildungsmöglichkeiten, die Schule für Physiotherapie des Universitätsspitals Zürich, befand ihn zwar qualifiziert, wollte ihn aber nicht zur Ausbildung zulassen. Enttäuscht suchte er dann nach einer anderen Möglichkeit und fand mit Umwegen über Amerika den Weg in eine ebenfalls herausfordernde und erfüllende Berufswelt.

Der berufliche Austausch bereichert alle
An der Fortbildung vom letzten Samstag stellte sich sehr schnell heraus, dass der berufliche Austausch zwischen Chiropraktoren und Physiotherapeuten eine tolle Sache ist. Mobilisieren und manipulieren lernten die blinden und sehbehinderten Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten von einem belgischen Kollegen, wo Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten chiropraktische Techniken anwenden. Die modernen Chiropraktoren bedienen sich mehr und mehr auch physiotherapeutischer Techniken, um die Resultate ihrer Behandlungen zu festigen oder ihre Techniken zu ergänzen. Umso mehr freuen sich alle, dass Roy Bösiger als Chiropraktor sich "Physioblind" angeschlossen hat und auch an den speziell für Blinde und Sehbehinderte organisierten Kursen teilnehmen kann.

Blinde fühlen sich wohl in in den Berufen des Physiotherapeuten oder Chiropraktoren
Blind zu sein ist kein Honig lecken. Das Leben ist nun einmal für Sehende gemacht und wir Blinden müssen uns immer an diese Welt anpassen, resp. versuchen, hinterher zu eilen. In unseren Berufen kann sich aber unsere Sehbehinderung als Vorteil erweisen, insbesondere da, wo wahrhaftes Fingerspitzengefühl erforderlich ist. Unsere Patienten haben das schnell gemerkt und vertrauen uns, was wir als grosses Geschenk gerne annehmen. Blind allein reicht aber nicht um gut zu sein. Für uns ist die Fortbildung und der gegenseitige Erfahrungsaustausch sehr wichtig. Seit Jahren organisieren wir Blinden und Sehbehinderten deshalb unsere Fortbildung selbst, um in kleinen Gruppen effizient zu lernen und immer vorn mit dabei zu sein. "Physioblind", unsere Fachgruppe. www.physioblind.ch, versteht sich als Ergänzung zum Berufsverband, dem schweizerischen Physiotherapeutenverband "Physiosuisse", dem die meisten von uns auch angehören.

Bernhard Fasser, Glarus


Kursausschreibung, Einblick in die Tätigkeit eines blinden Chiropraktors

Tauchen Sie mit mir in die Welt der Chiropraktik ein. Lernen Sie das Konzept der Subluxation kennen und verstehen Sie die Komplexität deren Entstehung. Praktisch gehen wir durch einen chiropraktischen Untersuch, schlagen Brücken zur Physiotherapie und diskutieren Synergien und Gegensätze unserer Therapien. Ich freue mich Sie kennen zu lernen und bin gerne bereit spontan auf Fragen einzugehen.

Datum: Samstag, 24. Februar 2007
Ort: Physiotherapie Glarus AG, Glarus
Die Teilnehmerzahl ist auf maximal 20 limitiert. Die Anmeldung wird auf Grund ihres Einganges berücksichtigt.
Grundlagen, Mehr zu Chiropraktik finden Sie unter www.chiropraktik.ch

Viele Grüsse
Roy Bösiger